Große Bohrinseln sind wie Städte auf dem Meer

Eine Bohrinsel funktioniert ähnlich wie eine Fabrik. Größere Bohrinseln haben richtige Abteilungen mit eigenen Mitarbeitern.

Es gibt Leute, die sich nur ums Bohren kümmern. Das sind zum Beispiel Techniker, Elektriker und Ingenieure. Die schauen, dass alles wie geschmiert läuft. Meist sitzen sie in großen Kontrollräumen oder arbeiten in einer der vielen Werkstätten. Andere Leute kümmern sich zum Beispiel darum, wo das Öl gelagert wird.

All diese Menschen müssen versorgt werden: etwa mit Essen, Getränken und frischer Wäsche. Hubschrauberpiloten und Kapitäne bringen die Sachen zur Bohrinsel. Dort arbeiten Köche, die die Mitarbeiter mit Mahlzeiten bei Laune halten.

So viel Trubel hinterlässt auch seine Spuren. Deswegen gibt es oft extra Leute, die auf den Bohrinseln alles putzen und saubermachen. Und es gibt Ärzte, zu denen man gehen kann, wenn man sich nicht gut fühlt.

Werkstätten, Küchen, Büros, Schlafzimmer - auf einer Bohrinsel kann es zugehen wie in einer kleinen Stadt. Auf manchen Bohrinseln wohnen und arbeiten mehr als Tausend Menschen.

Die Arbeiter bleiben oft zwei Wochen am Stück auf der Insel. Und die Arbeitstage sind oft lang und anstrengend. Deswegen gibt es auf manchen Bohrinseln richtige Kinos, Bars und Fitnessräume. So haben die Leute dort etwas Abwechslung.

Wo wird überall nach Öl gebohrt?

Das klebrige, dunkle Zeug ist total begehrt: Erdöl. Denn daraus kann man viele wichtige Sachen herstellen. Zum Beispiel Benzin. Aber auch Kunststoffe, Kosmetik und sogar Medikamente. Deswegen wird Öl manchmal auch "Schwarzes Gold" genannt und bringt viel Geld.

Erdöl ist meist tief unter der Erde zu finden. Um an Erdöl zu kommen, bohren Erdölfirmen an den entlegensten Orten der Welt. Hier sind ein paar Beispiele:

MEERESBODEN: Manche Bohrinseln stehen auf Betonfüßen auf dem Meeresboden. Insgesamt sind sie mehrere hundert Meter hoch. Sie gehören damit zu den höchsten Gebäuden der Welt! Andere Bohrinseln schwimmen auf dem Wasser. Das Öl wird durch lange Schläuche nach oben gepumpt. Die Schläuche können mehrere Kilometer lang sein.

WÜSTE: Viele Ölquellen sprudeln zum Beispiel in der Wüste Sahara. Die liegt in Nordafrika. Ganz viel Öl gibt es auch auf der Arabischen Halbinsel. Dort muss man manchmal nur ein paar Meter unter dem Sand graben, um Öl zu finden. Das Land Saudi Arabien ist zum Beispiel sehr reich geworden mit seinem Öl. DSCHUNGEL: Auch dort haben Forscher Öl gefunden. Zum Beispiel in Ecuador und Venezuela in Südamerika. Das Öl wird durch sehr lange Röhren durch den Dschungel transportiert. Die heißen "Pipelines" (gesprochen: Peipleins). Umweltschützer finden das sehr gefährlich. Denn wenn hier etwas kaputt geht, leidet der ganze Wald darunter. Deswegen gibt es oft Streit.

EIS: Die Antarktis ist von einer dicken Eisdecke bedeckt. Auch darunter vermuten manche Experten Öl. Nun streiten sich einige Länder darum, wem welches Gebiet gehört und wer wo bohren darf. In der Antarktis leben kaum Menschen und sie gehört nicht zu einem einzigen Land. Umweltschützer hätten es am liebsten, wenn dieser Teil der Welt weiter nur der Natur gehören und hier gar nie gebohrt würde.

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