Grenzen sind egal: Tiere im Nationalpark

Vogelfrei! Kraniche auf dem Weg zu ihrem Rastplatz in der Nähe von Luckau.

Habt ihr schon mal schwimmende Wildschweine gesehen? Oder Elche? Im Nationalpark Unteres Odertal könnt ihr sie entdecken.

Es raschelt im Schilf. Erst sieht man die nasse Schnauze, dann den borstigen Kopf: ein Wildschwein. Auf einmal macht es platsch - und das Schwein ist im Fluss gelandet. Es möchte wohl auf die andere Uferseite schwimmen.

Die Wildschweine leben im Nationalpark Unteres Odertal, das ist ein Naturschutzgebiet im Nordosten Deutschlands. Es ist etwa so groß wie 15 000 Fußballfelder, in der Gegend liegt die Stadt Schwedt. Nicht nur Wildschweine fühlen sich hier sauwohl. Auch Hirsche, Fischotter und Biber tummeln sich im Odertal - und manchmal sogar Elche.

Die Oder ist ein großer Fluss, der ein Stück entlang der Grenze zwischen Polen und Deutschland fließt. Auch auf der polnischen Flussseite gibt es ein Naturschutzgebiet. "Den Tieren sind die Ländergrenzen schnurzpiepegal. Sie leben in Deutschland und in Polen", sagt Dirk Treichel. Er leitet den Nationalpark. Auch der große Fluss sei für viele Tiere kein Hindernis: Wildschweine, Hirsche und Elche schwimmen einfach rüber.

In Deutschland gibt es insgesamt 14 Nationalparks. "Das sind große Bereiche, wo die Natur machen kann, was sie will - ohne dass der Mensch da reinpfuscht", erklärt der Fachmann. Das heißt aber nicht, dass niemand in das Schutzgebiet hinein darf. Im Nationalpark kann man Fahrrad fahren, wandern oder reiten. Menschen sollen dort Natur erleben und beobachten, dabei aber vorsichtig mit ihr umgehen.

In jedem Nationalpark ist die Landschaft einzigartig. Im Unteren Odertal dreht sich alles um Auen. So nennt man den Fluss und die Bereiche, die von ihm überflutet werden. Das viele Wasser macht den Park zu einem Paradies für Wasservögel. Sie brüten oder überwintern dort.

Im Herbst und im Frühjahr ist an der Oder besonders viel los: Dann legen dort Tausende Zugvögel einen Zwischenstopp ein. Wildgänse, Enten und Kraniche ruhen sich von ihrer langen Reise aus.

Europarc zum Nationalpark Unteres Odertal

Nationalparkleiter Dirk Treichel

Infos zu deutschen Nationalparks

Kommentare