Was glänzt denn da? Zu Besuch beim Goldschmied

Carla Bissinger ist Goldschmiedin. In ihrem Beruf muss sie besonders geschickt und sorgfältig sein.

Schmuck funkelt und glänzt als Ring an den Händen, als Kette um den Hals oder als Ohrringe am Ohr. In Gold oder Silber und manchmal sogar mit einem Edelstein. Aber wie wird so ein Stück Schmuck eigentlich hergestellt?

Auf einem Tisch liegen eine Menge Werkzeuge: Zangen, mit denen sich Gold zurechtbiegen lässt, Feilen, mit denen man die Oberfläche glatt schleifen kann. Und ein Hammer, um einen Ring in Form zu bringen. Der Tisch steht in der Werkstatt von Carla Bissinger in Berlin. Sie ist von Beruf Goldschmiedin.

Heute will sie einen Ring herstellen, den sie sich selbst ausgedacht hat. "Meine Ideen für Schmuckstücke bekomme ich, wenn ich in der Natur bin. Pflanzen zum Beispiel haben sehr schöne Formen, da schaue ich mir oft etwas ab", sagt sie. Auf dem Ring aus Weißgold soll eine Blume aus Silber und Gold sitzen, die in der Mitte eine Perle hat.

Doch das, was die Goldschmiedin jetzt erst mal in der Hand hält, sieht aus wie ein dünner Stift. Auf dem muss Carla Bissinger nun zuerst mit einem Hammer herumklopfen. Denn schon bevor das Gold in ihre Werkstatt kommt, wird es bearbeitet. Und dabei können sich kleine Luftblasen einschleichen. Also heißt es - klopfen! "Wie ein Bäcker auf einen Teig klopft", lacht sie. Die Masse wird noch fester zusammengedrückt und alle Luftblasen gehen raus.

Danach drückt sie den Stab aus Gold mit einer großen Walze noch etwas platt, und dann muss er noch rund gebogen werden. Dafür benutzt Carla Bissinger eine Zange. Damit sie das Gold gut biegen kann, muss sie es immer wieder heiß machen. "Wenn ich das Gold kalt verbiegen würde, dann würde es irgendwann an einer Stelle brechen", erklärt sie. Sie hält den Stab aus Gold immer wieder unter einen sehr heißen Feuerstrahl. Wenn das Gold warm ist, kann sie es zu einem Ring biegen.

Um einen Ring aus Gold zu formen und zu biegen, braucht Carla Bissinger etwa zwei Stunden. Danach schleift sie ihn mit einer Feile ab, so dass er richtig glatt ist. "Am schwierigsten zu machen sind Ohrringe. Die haben einfach so viele kleine Teile", meint sie. Manchmal wird ein Stück Schmuck nicht so, wie sie es sich vorgestellt hat. Das passiert auch Profi Carla Bissinger. Und wenn alles schief geht? Dann kann das Gold eingeschmolzen werden und sie beginnt wieder von vorn.

Wie wird man eigentlich Goldschmied?

Goooold-schmied - da zergeht der Name des Berufs schon so richtig auf der Zunge - so schön ist er. Doch wer diesen Beruf lernen möchte, darf nicht nur den Namen toll finden und Schmuck mögen.

Ein Goldschmied oder eine Goldschmiedin muss unheimlich geschickt und sorgfältig sein. Schließlich geht es darum, auch zarte Schmuckteilchen zu formen und zu bearbeiten. Außerdem sollte der Kopf voller Ideen stecken. Wie sollen Ohrringe oder Ketten aussehen? Was könnte so schön sein, dass Kunden es kaufen? Es gehört aber auch zum Beruf, ein Stück Schmuck zu reparieren, wenn es kaputt gegangen ist.

 

Ein Goldschmied arbeitet meistens in einer Werkstatt. Dort hat er viele Werkzeuge, die er braucht, um das Gold zu schmelzen und zurecht zu biegen. Er muss sich also mit Werkzeugen und auch Metallen wie Gold und Silber auskennen. Auch dann, wenn er als Goldschmied in einer großen Fabrik arbeitet. Die Ausbildung zum Goldschmied dauert normalerweise mehr als drei Jahre.

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