Gladiatoren: Kampf um Leben oder Tod

Ist zwar nur nachgestellt, aber ungefähr so könnte ein Kampf zwischen zwei Gladiatoren ausgesehen haben.

Die Zuschauer johlen laut, die Ränge sind voll bis auf die letzten Plätze - sind wir hier in einem Fußballstadion? Nein, in einem Amphitheater - also in einer großen Arena mit Sitzen drum herum.

Und auf dem Sandplatz in der Mitte geht es nicht um Tore, sondern um Leben und Tod: Dort kämpfen Gladiatoren gegeneinander. Wir befinden uns im Jahr 100 nach Christus in Rom.

Schon seit Tagen fiebert die Stadt den Kämpfen entgegen. Bevor es losgeht, marschieren die Gladiatoren durch die Arena und zeigen sich den Zuschauern. Das Publikum jubelt und ruft, es gibt vielleicht Musik. Dann gehen die Kämpfer aufeinander los. Doch die Waffen sind stumpf und hölzern - noch. Denn die Männer wärmen sich nur auf.

Stichwort: Römisches Reich

Die meisten Gladiatorenkämpfe gab es in Rom. Das ist heute die Hauptstadt Italiens. Früher war Rom lange das Herz des Römischen Reiches. Dieses Reich dehnte sich enorm aus - bis nach Asien und Afrika.

Auch Teile des heutigen Deutschlands gehörten dazu. Besonders viele Gladiatoren gab es unter dem römischen Kaiser Trajan vor etwa 1900 Jahren. Manche der Kämpfe fanden auch außerhalb Roms in anderen Städten statt.

Schließlich greifen sie zu den scharfen Waffen. Einige schwingen Dolche und Schwerter, andere tragen einen Dreizack und ein Netz, um den Gegner zu fangen. Die Gesichter der Kämpfer kann man hinter ihren Visieren oft nicht erkennen. Bei den Kämpfen gelten sehr strenge Regeln. Es gibt so etwas wie Schiedsrichter. Meistens kämpfen zwei Gladiatoren gegeneinander. So lange, bis einer den anderen tötet. Oder bis einer aufgibt und um Gnade bittet. In der Regel dürfen dann die Zuschauer entscheiden, ob der Verlierer sterben soll. Wenn ja, strecken sie vielleicht die Hand aus - mit dem Daumen nach unten. Wenn sie ihn leben lassen wollen, winken sie womöglich mit ihren Taschentüchern. Aber das wissen wir heute nicht mehr so genau.

Gegen wilde Tiere mussten Gladiatoren übrigens nicht antreten. Dafür gab es extra Spezialisten, die "venatores". Das ist das lateinische Wort für "Jäger". Sie kämpften zum Beispiel gegen Bären oder Löwen.

Hintergrund: Gladiatoren kämpften bei Beerdigungen

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Wusstest du, dass die ersten Gladiatoren auf Beerdigungen gekämpft haben sollen? Damit wollte die Familie des Verstorbenen wohl die Götter für sich und den Toten gnädig stimmen. Außerdem wollte sie damit oft zeigen, wie reich sie ist. Der erste bekannte Kampf fand wahrscheinlich vor etwa 2300 Jahren in Rom statt. Bei der Totenfeier für ihren verstorbenen Vater ließen die Söhne Kriegsgefangene gegeneinander antreten - bis zum Tod. Zu solchen Spektakeln kamen oft viele Menschen. Und im Laufe der Zeit wurden die Shows immer größer und bekannter.

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