Gewitzt: Wie Pflanzen den kalten Winter überstehen

Herbert Voigt erfreut sich an dem gelben Jasmin, der im Winter blüht.

Hui, ist das kalt. Jetzt im Winter mummeln sich viele Kinder und Erwachsene in dicke Jacken und Mäntel ein. Und wer nicht zur Arbeit oder in die Schule muss, bleibt doch lieber zu Hause. So ähnlich reagieren auch viele Pflanzen auf Schnee und Kälte.

Sie werden entweder warm eingepackt - oder sie verstecken sich. "Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie sich Pflanzen auf den Winter vorbereiten", erklärt Herbert Voigt. Er weiß es, er ist Fachmann für Pflanzen.

Laubbäume zum Beispiel sind der kalten Jahreszeit zunächst schutzlos ausgeliefert. Sie verlieren ihre Blüten und Blätter. Wenn es sehr kalt wird, können Stämme, Äste und Zweige einfrieren. "Ab minus 20 Grad kann es passieren, dass sich das Holz spaltet", erzählt Herbert Voigt. Unter der Last des Schnees können Baumteile sogar abbrechen.

Doch die Bäume wenden eine Art Trick an: "Sie haben die meiste Energie in den Stamm und in die Wurzeln gezogen", erklärt der Experte. So können die Bäume den Winter besser überstehen. Denn die Wurzeln reichen tief ins Erdreich. Dort ist es nicht so kalt, und die Pflanzen können sich mit Wasser und anderen wichtigen Stoffen versorgen wie zum Beispiel mit Mineralien.

Es gibt aber auch noch andere Wege, um gut durch den Winter zu kommen: "Knollen und Zwiebeln überwintern im Boden", sagt Herbert Voigt. Aus ihnen sprießen erst später Blumen, zum Beispiel Schneeglöckchen, Krokusse oder Tulpen. Wenn es warm wird.

Während die Knollen und Zwiebeln noch in der Erde schlummern, benötigen sie Nährstoffe und Wasser. "Was sie zum Überleben brauchen, haben sie gespeichert", berichtet Fachmann Voigt. Die Natur hat ihnen nämlich eine Art Wintervorrat an wichtigen Stoffen geschenkt. Dazu kann auch ein Stoff gehören, der verhindert, dass die Knollen und Zwiebeln zu schnell gefrieren. Biologe Voigt erklärt: Das funktioniert ähnlich wie bei einem Frostschutzmittel, das ihr auch aus dem Auto kennt.

Winterjasmin blüht in der Kälte erst auf

Interessant ist auch: Während manche Pflanzen Winterschlaf halten, blühen andere jetzt erst auf -  zum Beispiel der Winterjasmin. Diese Pflanze kommt ursprünglich aus Ostasien. Dort wächst sie im hohen Gebirge und ist kalte Temperaturen gewöhnt.

Sie trotzt Eis und Schnee. In Deutschland pflanzt man Winterjasmin im Garten an. Im Dezember beginnt seine Blütezeit. Die Blütenblätter haben eine sonnengelbe Farbe.

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