Mit Getränken Strom erzeugen

Es hat geklappt! Auch mit Hibiskus-Tee und Glasplatten kann man Strom erzeugen,

Solar-Zellen, die man mit pflanzlichen Farbstoffen herstellt, heißen häufig auch Grätzel-Zellen. Was ist an diesen Zellen so besonders und wo kommt überhaupt der Name her? Das erklärte die Chemikerin und Physikerin Inga Zeisberg von der Universität Münster.

Warum heißen Solar-Zellen mit pflanzlichen Farbstoffen oft auch Grätzel-Zellen?

Inga Zeisberg: "Weil der Erfinder dieser Zellen Michael Grätzel heißt. Das ist ein Chemiker aus der Schweiz. Er ist davon überzeugt, dass wir von der Natur lernen können. Er hat entdeckt, dass sich aus pflanzlichen Farbstoffen neuartige Solar-Zellen herstellen lassen. Anfangs wurde er dafür belächelt, vor kurzem hat er eine hohe Auszeichnung bekommen."

In dem Experiment mit den Schülerinnen haben Sie Hibiskustee zur Herstellung einer Solar-Zelle verwendet. Welche Getränke eignen sich noch dafür?

Inga Zeisberg: "Zum Beispiel Holunder- und Heidelbeersaft. Diese Saftsorten eignen sich wie auch Hibiskustee für einfache Experimente in Räumen mit normaler Deckenbeleuchtung. Da sind ähnliche Farbstoffe drin, die das Licht in Strom umwandeln können."

Kann man so auch größere Solar-Zellen herstellen? Inga Zeisberg: "Ja, man kann sehr große und auch gebogene Flächen herstellen. Anstelle des Saftes würde man dann jedoch versuchen, künstliche Materialien im Labor herzustellen. Das wäre einfacher als den ganzen Farbstoff erst aus Pflanzen zu nehmen. Es wäre zum Beispiel möglich, diese Art von Solar-Zellen auf Autokarosserien, Jalousien und Fensterfronten zu nutzen - und so Strom zu gewinnen. Momentan werden Grätzel-Zellen noch nicht sehr häufig eingesetzt, sondern es werden viele Versuche mit ihnen gemacht. Aber eine Firma in Australien will sie bald schon in großen Mengen herstellen."

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