Gehirnjogging - Fitness für den Kopf

Er kann sich unglaublich viele Zahlen merken: Johannes Mallow ist ein Gedächtnisprofi.

Nur fünf Minuten brauchte Johannes Mallow, um sich eine zufällige Abfolge von 405 Zahlen zwischen 0 und 9 einzuprägen. Ohne Fehler gab er die Zahlen danach in richtiger Reihenfolge wieder. Weltrekord!

Nur fünf Minuten brauchte Johannes Mallow, um sich eine zufällige Abfolge von 405 Zahlen zwischen 0 und 9 einzuprägen. Ohne Fehler gab er die Zahlen danach in richtiger Reihenfolge wieder. Weltrekord!

Das war vor etwas mehr als einem Jahr. So ein enormes Gedächtnis wie Johannes Mallow haben nicht viele Menschen. Aber verbessern kann sein Gedächtnis jeder. Denn unser Gehirn lässt sich trainieren wie fast jeder Muskel im Körper. Gehirnjogging nennt sich das - Fitness für den Kopf.

Turnschuhe und Jogginghose braucht man dazu nicht und auch ins Schwitzen kommen Gehirnjogger eher selten. Der Kopf könnte allerdings schon mal anfangen zu rauchen, zum Beispiel beim Lösen kniffeliger Rätsel oder beim Einprägen komplizierter Wortlisten. Denn genau darum geht es beim Gehirnjogging: Das Hirn regelmäßig auf Hochtouren zu bringen und es dadurch fitter zu machen.

Gedächtnismeister wie Johannes Mallow messen ihre Fähigkeiten regelmäßig auf großen nationalen und internationalen Turnieren. Aber auch wer noch kein Profi ist, mag den Denksport nützlich finden. Man kann beim Gehirnjogging zum Beispiel lernen, sich besser zu konzentrieren, sagt Fachfrau Sabine Schäfer. Wer etwa oft vorschnell drauflos plappert, kann lernen, erst gründlich nachzudenken, bevor er eine Antwort gibt.

Leider hilft das Gehirnjogging nicht, um in der Schule automatisch zum Superhirn zu werden. Wie beim richtigen Sport wird man nur in den Dingen richtig gut, die man geübt hat, erklärt Sabine Schäfer. Wer zum Beispiel übt, sich verzwickte Zahlenreihen zu merken, wird das danach gut können. Besser Kopfrechnen kann er deswegen aber leider nicht. Wer schnell laufen trainiert, kann schließlich danach auch nicht unbedingt besser weit springen.

Um zum Beispiel in Mathe oder Englisch besser zu werden, empfiehlt die Psychologin, lieber gleich das zu lernen, was man nicht so gut kann - Kopfrechnen eben oder Vokabeln.

Sabine Schäfer untersucht an einem Institut in Berlin, wie sich die Leistungsfähigkeit des Gehirns im Laufe des Lebens verändert. Sie weiß, dass Kinder meist ein besonders gutes Gedächtnis haben und sich auch ohne Gehirnjogging schnell viele Dinge merken können. Bei Erwachsenen ist das Gedächtnis meist nicht mehr so fix. Ab ungefähr 35 Jahren fällt es ihnen immer schwerer, sich Sachen zu merken.

Um sein Gedächtnis zu verbessern, gibt es neben Gehirnjogging noch einen Trick: echtes Joggen! Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Bewegung an frischer Luft gut ist fürs Gehirn. Wer regelmäßig joggen geht, bleibt fit und löst auch schwierige Denkaufgaben leichter, sagt Sabine Schäfer.

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