Geheimdienst zieht um - Baustelle der Geheimnisse

Hier zieht bald der Bundesnachrichtendienst ein.

Die Baustelle steckt voller Geheimnisse. Denn nicht irgendwer soll bald in den neuen Räumen mitten in Berlin sitzen. Dort zieht ein großer Geheimdienst ein. Er heißt Bundesnachrichtendienst - kurz BND. Er hat bisher seinen Sitz in dem kleinen bayerischen Ort Pullach. Von dort soll es nun also in die Hauptstadt gehen.

Noch ist die neue Zentrale allerdings nicht fertig. Kräne ragen auf der riesigen Baustelle in den Himmel. Das Gebiet ist umringt von einem Zaun, durch den man nicht schauen kann. Überall sind Kameras. Und durch die eisengrauen Stahltore dürfen nur Arbeiter und Lkw-Fahrer, die einen speziellen Sicherheitscheck hinter sich haben.

Die Geheimdienstler befürchten nämlich, selbst ausspioniert zu werden. Sie wollen auf jeden Fall verhindern, dass zum Beispiel jemand heimlich Abhörgeräte auf die Baustelle schmuggelt und in dem halbfertigen Gebäude versteckt. Wegen solcher Wanzen mussten die USA vor vielen Jahren einmal ein wichtiges neues Gebäude in Russland abreißen. Es war komplett verwanzt...

Deshalb wird die Berliner Baustelle streng überwacht. Der Umzug ist erst für 2014 geplant. Der Rohbau ist allerdings schon fast fertig. Deshalb kamen am Donnerstag auch mehrere Hundert Leute auf die Baustelle, um den Fortschritt zu feiern.

Rund 4000 BND-Mitarbeiter sollen in der Zentrale einmal Platz finden. Und wo soll der Präsident des Nachrichtendienstes sitzen? Das ist - pssst! - geheim.

Infos zum BND

Der Bundesnachrichtendienst...

  • ... hat weltweit etwa 6500 Mitarbeiter.
  • ... beschafft und sammelt für die deutsche Regierung Infos über das Ausland, die für die Sicherheit unseres eigenen Landes wichtig sind.
  • ... unterrichtet vor allem das Amt der Bundeskanzlerin über seine Arbeit.
  • ... wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vor etwa 65 Jahren aufgebaut.
  • ... baut in Berlin eine neue Zentrale, die auf mehreren Stockwerken so viel Platz bietet wie ungefähr 35 Fußballfelder.
  • ... will etwa 1,5 Milliarden Euro für die neue Zentrale und den Umzug dorthin ausgeben. Das sind 1 500 000 000 Euro.

Was machen Geheimdienste?

Einen Geheimagenten kennen viele: 007, James Bond. Doch mit seinen Abenteuern hat die Arbeit echter Geheimdienste wenig zu tun. Statt wild um sich zu schießen, sitzen Agenten viel am Schreibtisch. Sie sammeln brisante Informationen, verdeckte Fakten und andere geheime Dinge. Daher auch der Name Geheimdienst.

Auch Nachrichtendienst kann man sagen. Die Sammelei der Agenten hat ein Ziel: Geheimdienste sollen vor Gefahren warnen. Ihre Mitarbeiter versuchen zum Beispiel herauszufinden, ob Terroristen irgendwo Anschläge vorbereiten. Oder ob ein Staat heimlich einen Krieg plant. Fast alle Länder haben Geheimdienste.

In Deutschland gibt es drei: den Bundesnachrichtendienst, kurz BND, und den MAD oder Militärischen Abschirmdienst. Er schützt das Militär gegen Spione. Der dritte ist der Verfassungsschutz. So werden die Ämter für Verfassungsschutz der Bundesländer und des Bundes genannt. Sie achten darauf, dass das Grundgesetz eingehalten wird.

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