Gefühle in Bildern: So arbeitet ein Kameramann

Bernhard Jasper ist Kameramann und dreht noch bis Mitte August den Kinofilm "Die Vorstadtkrokodile 3".

Im Kino kann man herrlich träumen! Die einen schwärmen von schönen Naturaufnahmen und die anderen wollen spannende Verfolgungsjagden sehen. Filme sind toll - doch ohne gute Kameraleute wären sie nur halb so schön.

Viele kennen das vielleicht: Man feiert ein schönes Fest und will sich auch später noch daran erinnern. Also schnell die Kamera rausgeholt und die Gäste gefilmt. Doch nicht immer ist das Ergebnis geglückt. Vielleicht ist der Film verwackelt, die Köpfe sind nicht im Bild. Oder es ist so dunkel, dass man kaum etwas erkennt. Schnell wird klar: Wer einen wirklich guten Film drehen will, der braucht vor allem eines: Übung.

Einer, der das gut kann, ist Bernhard Jasper aus Berlin. Er ist Kameramann und dreht noch bis Mitte August den Kinofilm "Die Vorstadtkrokodile 3". Eine anstrengende, aber tolle Arbeit, findet er. "Film ist immer Teamarbeit", erklärt Bernhard Jasper. Eng arbeiten zum Beispiel Schauspieler, Ton, Kamera und Regisseur zusammen. Der Regisseur ist sowas wie der Chef beim Drehen.

Ob die Aufnahmen romantisch, traurig, lustig oder bedrohlich wirken ­ das entscheidet nicht nur die Geschichte. Denn ein Kuss ist viel schöner unterm Sternenhimmel. Und ein Bösewicht wirkt in Großaufnahme viel gefährlicher. "Man kann durch die Bilder eine Geschichte in verschiedenen Weisen erzählen", erklärt der Profi. Dafür hat er viele Tricks auf Lager: "Mit Licht kann man sehr viel gestalten, zum Beispiel dass ein Mensch trauriger wird, wenn er Schatten im Gesicht hat."

Wichtig sind auch die Farben. Warme Farben wie Orange zaubern gute Stimmung, kühle Farben wie Grau oder Hellblau wirken unheimlicher.

Aber das ist längst nicht alles, was gute Aufnahmen ausmacht. Denn es gibt viele Kleinigkeiten, auf die die Kameraleute und ihre Helfer achten müssen. Ist alles Wichtige tatsächlich im Bild? Blendet die Sonne irgendwo? Gibt es einen Schatten, den man da nicht haben will? Oder ragt gar ein Mikrofon ins Bild? Manche Leute machen sich übrigens einen Spaß daraus, in Filmen nach solchen Fehlern zu suchen. Im Internet tauschen sie sich dann darüber auf Seiten wie www.fehler-im-film.de aus.

Drehen ist also eine harte Arbeit für das ganze Team. Doch Bernhard Jasper macht es nichts aus, bis spät in die Nacht bei Kälte oder Regen am Set zu stehen. "Film ist sehr schön, weil viele Leute zusammenarbeiten. Da entstehen viele Freundschaften", sagt er.

Hintergrund: Kameraleute haben viele Helfer

Wusstest du, dass Kameraleute eine große Schar von Helfern haben? Diese Leute nennt man Assistenten. Sie kümmern sich zum Beispiel darum, dass das Bild nicht unscharf ist und dass die ganze Technik rund um die Kamera funktioniert. Wichtig ist auch der Video-Operator.

Der sorgt dafür, dass der Regisseur auf einem Bildschirm sehen kann, was gerade gedreht wird. Denn der Regisseur hat oft eine genaue Vorstellung davon, wie die Schauspieler im Bild rüberkommen sollten.

Wichtig sind auch die Beleuchter. Sie überlegen mit den Kameraleuten, wo Lampen aufgebaut werden müssen, damit es im Film nachher gut aussieht. Lampen kommen zum Beispiel an die Decke oder werden in irgendwelchen Ecken versteckt. Andere Helfer sorgen dafür, dass sich die Kamera bewegen kann. Das geht etwa über einen Kran oder über einen Kamerawagen, der den lustigen Namen "Dolly" trägt. Er fährt manchmal sogar auf Schienen.

Hintergrund 2: Job Kameramann: Drauflos drehen

Wie wird man eigentlich Kameramann? Zum Beispiel kann man ein Studium machen. So wie Bernhard Jasper. Das Filmen hat ihm aber schon als Schüler Spaß gemacht. Damals war er mit einer Videokamera unterwegs und drehte zum Beispiel Musik-Clips mit ein paar Freunden.

Sein Tipp für Nachwuchsfilmer: "Einfach machen!" Für ihn war das schwieriger. "Damals hatte noch nicht jeder eine Videokamera. Heutzutage kann man sich die überall leihen und mit Freunden einfach mal rumprobieren"

Kommentare