Gänsehaut: Warum sich bei Kälte oder Furcht die Haare sträuben

Vor lauter Federn sieht man sie nicht, die Gänsehaut

So eine Gänsehaut ist schon eine merkwürdige Sache: Plötzlich tauchen lauter kleine Knubbel auf unserer Haut auf. Die Härchen stellen sich auf und die Haut fühlt sich auf einmal kribbelig an.

Dabei ist Gänsehaut eigentlich für gar nichts gut. Na ja, zumindest heutzutage. Für unsere Vorfahren, die vor vielen Tausend Jahren lebten, war eine Gänsehaut durchaus nützlich.

Aber schauen wir uns erstmal an, was dabei im Körper passiert: Eine Gänsehaut bekommen wir immer dann, wenn uns plötzlich kalt wird, wir uns erschrecken oder gruseln. Ohne dass wir etwas dagegen tun können, ziehen sich Tausende winzige Muskeln unter der Haut zusammen. Diese Muskeln sitzen direkt an den sogenannten Haarfollikeln. Das sind kleine Einstülpungen der Haut, in denen die Haare stecken.

Durch das Zusammenziehen der Muskeln richten sich die Haare auf und der Haarfollikel wird nach außen gedrückt. Die typischen Knubbel entstehen - eben die Gänsehaut. Der Name kommt daher, weil die Haut mit den Knubbeln so aussieht, wie die Haut einer gerupften Gans.

Unsere Vorfahren waren noch viel stärker behaart als wir Menschen heute. Ihr ganzer Körper war von einem dichten Pelz umhüllt. Wenn es nun kalt wurde, stellten sich durch den Gänsehaut-Reflex die Haare auf. Dadurch wurde Luft zwischen den Haaren eingeschlossen. Ein Luftpolster entsteht. Und so ein Luftpolster wärmt den Körper. Clever, oder?

Ein weiterer Grund: Mit aufgerichteten Haaren erscheint ein Lebewesen größer. Bei Gefahr, zum Beispiel einem Angriff, ist das sehr hilfreich. Es signalisiert dem Angreifer so was wie "Ich bin groß und stark, leg dich besser nicht mit mir an". Bei Katzen kann man das gut beobachten: Wenn sie auf einen ungeliebten Hund treffen, machen sie einen Buckel und sträuben ihr Fell. Auf diese Weise sehen sie größer aus als sie in Wirklichkeit sind.

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