Panini-Fußballbilder: Vom Sammel-Fieber gepackt

Tausche Poldi gegen Ribéry...

"358, 361, 398." Laut ruft der Moderator die Zahlen ins Mikrofon. Annikas Finger schnellt hoch: Sie hat eins der Fußball-Sammelbilder mit den Nummern, die gesucht werden.

Sie rennt nach vorn und gibt es an der Bühne ab. Nun kann sie sich ein Bildchen aussuchen, das in ihrem Album zur Weltmeisterschaft fehlt.

So kann es auf einer Tauschbörse für Panini-Fußballbilder zugehen. Vor kurzem lief es so auch bei einer Tauschaktion in Hamburg ab. Da kamen längst nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Die meisten hatten lange Listen dabei: Ordentlich haben sie die Nummern der Bilder untereinandergeschrieben, die ihnen noch fehlen.

Einer der Besucher ist André. "Meine Freunde sammeln alle, selbst die Mädchen", erzählt der Elfjährige. "Ich mach' nicht mehr viel anderes als Sammeln." In der Pause tauscht er mit den Kindern aus der Schule und kurz vor der Stunde noch schnell mit den Mädchen und Jungs aus seiner Klasse. "Da muss man aber schnell sein", sagt er. Wenn die Lehrer reinkommen und die Sticker sind noch auf dem Tisch, werden sie weggenommen. Nachmittags, wenn er seine Freunde trifft, geht es oft nur um eins: Fußballbilder. Der Fünftklässler hat dafür schon viel Taschengeld ausgegeben.

Auch der acht Jahre alte Neil ist ein echter Fußballfan. Er kickt in der Mannschaft, die sein Vater trainiert. Von ihm bekommt er nicht nur Tipps fürs gute Spiel, sondern auch Päckchen mit Fußballbildern. "Ich finde es so spannend, die Tüten aufzureißen und zu gucken, welche Bilder diesmal drin sind", erzählt Neil.

Der Zweitklässler hat eine Verbündete in Sachen Fußball mitgebracht: Seine Großmutter Christa. "Er hat mich angesteckt", sagt sie lachend. Wenn sie ihn für etwas belohnen will, schenkt sie ihm ein Päckchen Aufkleber. Trotzdem hat Neil gar nicht mehr so viele Doppelte: In der Schule hat er sie verschenkt - an Jungs, die kein Geld hatten, um sich welche zu kaufen.

Übrigens: Tauschbörsen gibt es auch in der Region. Zum Beispiel im Waldhotel Schäferberg in Espenau. Dort herrschte jetzt wie in Hamburg großer Andrang - so sehr, dass es noch zwei weitere Termine zum Tauschen geben soll. Am kommenden Wochenende, 12. und 13.6., und am darauffolgenden Samstag und Sonntag, 19. und 20.6., findet von 15 bis 17 Uhr erneut eine Börse statt. Dann sollen nebenher auch die Partien der WM laufen - für die richtige Stimmung.

Hintergrund: Woher kommt die Idee mit den Fußballbildchen?

Panini. Wenn sie das Wort hören, denken viele Leute an Fußballbildchen. Der Name kommt von vier Brüdern: Giuseppe, Benito, Franco und Umberto Panini.

In Italien hatten sie erst einen Zeitungskiosk. Aber irgendwann merkten sie, dass viele Leute lieber Geld für Sticker als für Zeitungen ausgaben. Also beschlossen sie, selbst Aufkleber zu drucken. Als Sportfans entschieden sie sich für Fußballbilder.

Ihre ersten Fußballbilder erschienen vor fast 50 Jahren. Zur Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko druckten die Brüder das erste Sammelalbum zu einem großen Turnier. Das erste deutsche Sammelalbum gab es zur WM 1974. Die stieg in Deutschland.

Die Sticker sind längst ein großer Renner. Bei der WM 2006 in Deutschland verkaufte Panini viele Millionen Sticker-Tüten. Aus der Sticker-Druckerei ist inzwischen ein riesiger Verlag für Comics, Bücher und für die verschiedensten Aufkleber geworden

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