Fußball-Clubs kassieren Kohle für Stadiennamen

Die Fans von Eintracht Frankfurt erzählen: Unsere Jungs kicken in der Commerzbank-Arena.

Signal Iduna Park, Allianz Arena oder RheinEnergieStadion. Viele Fußballstadien heißen nach irgendwelchen großen Firmen. Dass Vereine ihre Stadiennamen verkaufen, ist inzwischen normal. Sie können damit nämlich viel Kohle verdienen.

Ein ganz normaler Schultag. Nichtsahnend betrittst du morgens das Schulgebäude. Drinnen wartet schon der Schulleiter auf dich und deine Klassenkameraden. Stell dir vor, er verkündet feierlich - zum Beispiel: "Ab heute heißt diese Schule nicht mehr Helene-Lange-Schule, sondern Möbelhaus-Müller-Schule." Du erzählst dann deiner Tante beim nächsten Familientreffen: "Ich gehe auf die Möbelhaus-Müller-Schule". Manchen mag das völlig egal sein. Einige finden das vielleicht sogar gut, andere meinen: Klingt total blöd.

So etwas Ähnliches passiert seit einigen Jahren im Fußball: Es werden Stadien umbenannt. Die Fans von Eintracht Frankfurt erzählen zum Beispiel: Unsere Lieblingsmannschaft spielt in der Commerzbank-Arena. Vor ein paar Jahren hieß ihr Stadion noch: Waldstadion.

Der FC Schalke 04 hat früher einmal in der Glückauf-Kampfbahn gespielt, das ist schon ganz lange her. Dann kämpften sie im Parkstadion. Inzwischen hat der Verein den Stadionnamen an einen Sponsoren verkauft. Wie zum Beispiel auch der Hamburger SV: Im Namen der Arena steckt der Name eines Unternehmens.

Viele alte Stadionnamen sind inzwischen verschwunden. Warum? Die Vereine haben dadurch in den vergangenen Jahren eine neue Möglichkeit geschaffen, Geld zu verdienen. Sie kassieren viele Millionen Euro dafür, dass auf ihren Stadien der Name eines Unternehmens prangt. Denn für die Unternehmen ist das supergute Werbung.

Die Vereine argumentieren: Wir brauchen das Geld - zum Beispiel für den Bau des neuen Stadions. Oder um sich starke Spieler leisten zu können. Darum finden das manche Fans auch okay: Schließlich wollen sie, dass ihre Mannschaft erfolgreich spielt.

Viele Fans sind aber auch sauer, wenn die Namen verkauft werden. Ihnen geht es etwa um die Tradition. Denn sie erinnern sich gerne zurück: an große Spiele, Siege, Meisterschaften. Meistens sind die auch mit einem ganz bestimmten Stadion und seinem Namen verbunden. Viele Fans haben sich an diesen Weg, an Geld zu kommen, aber inzwischen ein wenig gewöhnt. "Anfangs war der Protest riesengroß. Inzwischen ist das aber nicht mehr ein so großes Thema", sagt etwa einer von einem Fan-Club des Hamburger SV.

Manche Vereine bleiben aber auch bei ihren alten Stadiennamen. Die Spielstätte des zweiten Hamburger Erstligisten, des FC St. Pauli, heißt zum Beispiel Millerntor-Stadion. Die Fans rufen deswegen gerne "Tor, Tor, Millerntor!". Der Stadionname soll nicht verkauft werden, haben die Mitglieder des Vereins beschlossen. "Und daran halten wir uns auch", sagt der Sportchef.

Stadionnamen klingen nach wilden Tieren und Wald

Wildpark, alte Försterei. Da mag so mancher an wilde Tiere denken, die herumstreunen. Und an ein Holzhaus mitten im Wald.

Doch wenn diese Begriffe fallen, geht es manchmal auch um Fußball: um das Wildparkstadion des Karlsruher SC und das Stadion an der Alten Försterei. Da spielt Union Berlin. Beide Clubs spielen in der zweiten Bundesliga.

Willst du noch ein paar andere auffällige Stadionnamen wissen? Der FC Energie Cottbus spielt im Stadion der Freundschaft. Ein Name, der natürlich nicht immer passt. Auch in Cottbus hagelt es manchmal Gelbe und Rote Karten für böse Fouls.

Die Offenbacher Kickers kicken im Stadion am Bieberer Berg. Der Amateurclub BSV Halle-Ammendorf trägt seine Partien im Stadion der Waggonbauer aus. Die Spielvereinigung Ingelheim tritt im Stadion Blumengarten an, die TSG Balingen schlicht im Au-Stadion.

Stadiennamen helfen bei „Stadt, Land, Fluss“

Manche Stadionnamen können eine kleine Hilfe für den Erdkundeunterricht sein. Man kann sie als Brücke nutzen, um sich manche Flüsse besser zu merken.

Zum Beispiel: Durch Stuttgart fließt der Neckar. Deshalb spielte der VfB Stuttgart auch mal im Neckarstadion, der Name ist inzwischen aber ausgetauscht. Der Neckar versteckt sich aber noch im Stadionnamen von Hoffenheim - zusammen mit einem anderen Fluss: Rhein-Neckar-Arena.

Und die Heimstätte des SV Werder Bremen liegt an dem Fluss, nach dem das Stadion benannt ist: nämlich an der Weser. Praktisch auch, wenn man mal wieder „Stadt, Land, Fluss“ spielt...

HSV hat schon den dritten Stadionsponsor

Von den Vereinen der ersten Fußball-Bundesliga haben die meisten ihren Stadionnamen verkauft. Nur wenige haben das bislang nicht getan: Werder Bremen spielt im Weserstadion, 1899 Hoffenheim in der Rhein-Neckar-Arena, Borussia Mönchengladbach im Borussia-Park.

Der 1. FC Kaiserslautern ist im Fritz-Walter-Stadion zu Hause, der FC St. Pauli im Millerntor-Stadion. Und das Mainzer Stadion heißt Bruchwegstadion.

Der Hamburger SV hat schon vor gut neun Jahren zum ersten Mal die Rechte am Namen seines Stadions verkauft. Der Club war damit ziemlich früh dran. Inzwischen hat der Bundesligist schon den dritten Stadionsponsor. Die Verträge mit den Unternehmen liefen jeweils über wenige Jahre. Immer wenn der Name wechselt, müssen zum Beispiel auch die riesigen Buchstaben am Stadiondach ausgetauscht werden.

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