Wie früher: So entsteht aus Holz ein Fass

Dieses Riesenfass ist aus Holz - und ganz ohne Nägel und Schrauben.

Keine Nägel, keine Schrauben - und trotzdem hält das Fass. Es ist sogar so dicht, dass man darin Wein lagern kann. Fachmänner, die solche Fässer bauen, heißen Böttcher oder Küfer.

Das Handwerk ist uralt. Heute gibt es nur noch wenige Leute, die den Job machen.

Carsten Romberg gehört dazu. Mit einem Hammer treibt er einen Eisenreifen auf ein fast fertiges Holzfass. Der Reifen hält die langen Hölzer zusammen, aus denen das Fass besteht. Diese Hölzer heißen Dauben.

In Carsten Rombergs Werkstatt bei Naumburg in Sachsen-Anhalt stehen zwei besonders riesige Fässer. Jedes wiegt mehr als eine ganze Kuh. 2700 Liter Wein sollen in jedem Fass einmal lagern.

Doch bis es so weit ist, sind pro Fass rund 120 Stunden Arbeit nötig. Die Dauben müssen zum Beispiel in die richtige Form gebracht werden. Dafür werden sie von innen lange mit Feuer erhitzt und von außen mit einem Wasserschlauch feucht gehalten. Dann werden die Böden angefertigt und eingebaut. Wie alles andere müssen sie haargenau passen.

"Bis etwa Mitte vorigen Jahrhunderts, bevor der Kunststoff in Massen produziert wurde, gab es in jedem größeren Ort einen Böttcher", erzählt Carsten Romberg. Schließlich brauchten viele Leute, die etwas lagern mussten - etwa Bauern oder Metzger - Fässer aus Holz. Heute nimmt man dafür oft Behälter aus Plastik oder Edelstahl.

Die wenigen deutschen Böttcher, die es heute noch gibt, haben trotzdem gut zu tun. Sie bauen nun zum Beispiel auch Badewannen aus Holz, Pflanzenkübel und Holzeimer - und natürlich Weinfässer. Die finden viele Winzer nämlich gut, denn Wein aus einem Holzfass soll besser schmecken.

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