Früchtchen für Freche: Hagebutten im Herbst

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So sauer und so gesund: Hagebutten enthalten richtig viel Vitamin C.

Aaah, das juckt! Hat euch schon mal jemand Hagebutten unter den Pulli gesteckt? Das ist kein Spaß. Aber die Juckerei ist nicht der einzige Grund, warum die roten Dinger spannend sind.

Manch einer bekommt leuchtende Augen, wenn er Hagebutten sieht. Nicht weil die roten Dinger so lecker sind. Sondern weil sich Hagebutten für etwas anderes prima eignen - zum Piesacken! Denn in Hagebutten steckt Juckkram. Und der eine oder andere Schlingel steckt anderen das Zeug gern hinten in den Pulli... Das rutscht dann den Rücken runter und juckt. Und es ist gar nicht so leicht, die Plage fix wieder loszuwerden. Denn man kommt so schwer da hinten dran. Ganz schön fies.

Zum Glück ist das aber nicht Jedermanns Idee von Spaß, sonst wäre wohl gerade im Herbst eine richtige Juckpulver-Schlacht im Gange. Denn im September und Oktober wachsen Hagebutten an vielen Wegen, Waldrändern und Zäunen - wie eine Art Hecke. Daher kommt vermutlich auch der Name. Das Wort Hagebutte setzt sich zusammen aus Hag - das bedeutet Hecke - und Butte. Das steht für Butzen oder Butz. Damit ist eine dicke, runde Gestalt gemeint, sagen einige Experten.

Eine Hagebutte entsteht, wenn eine Wildrose verblüht ist - etwa eine Heckenrose oder auch Hundsrose. Die Rose blüht den ganzen Sommer über meist rosa oder weiß. Danach bildet sich dann aus dem Blütenboden eine Art fleischiger Fruchtknoten.

Streng genommen ist die Hagebutte aber eine Scheinfrucht, weil das rote Ding nicht wirklich die Frucht der Wildrose ist. Die eigentlichen Früchte stecken im Inneren der Hagebutte und sehen aus wie Samen. Fachleute nennen diese Samen Nüsschen.

Die Nüsschen sind sehr hart und etwa so groß wie die Kerne einer Paprika. Und sie sind auch der Grund für die gemeine Juckerei: Die Nüsschen sind mit feinen Härchen besetzt. An diesen Härchen sind winzige Häkchen. Die jucken auf der Haut.

Achtung: Einige Leute können allergisch darauf reagieren. Und dann ist das Ganze nicht nur ein kleiner, gemeiner Streich. Die Juckerei hört dann womöglich nicht so schnell wieder auf.

Vielen Tieren dagegen machen die Hagebutten gar nichts aus - im Gegenteil: Einige Vögel zum Beispiel futtern die leuchtend roten Dinger sehr gerne - inklusive Nüsschen.

Hagebutte ist Star eines Kinderliedes

Wusstest du, dass Hagebutten in einem sehr berühmten Kinderlied vorkommen? Und zwar in Rätselform.

Vielleicht kennst du es: "Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm. Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um. Sagt, wer mag das Männlein sein, das da steht im Wald allein, mit dem purpurroten Mäntelein?"

Und in der zweiten Strophe heißt es dann: "Das Männlein steht im Walde auf einem Bein. Und hat auf seinem Haupte schwarz' Käpplein klein. Sagt, wer mag das Männlein sein, das da steht im Wald allein, mit dem kleinen schwarzen Käppelein?" Und in der dritten Strophe kommt die Auflösung: "Das kann nur die Hagebutte sein."

Lustige Namen für Hagebutten

Hagebutten werden nicht überall Hagebutten genannt. Viele nennen sie zum Beispiel auch Hetschepetsche, Schlafdorn, Hainbutte, Hägen oder sogar Butterfässlein.

Die verschiedenen Namen haben viel damit zu tun, in welcher Region die Leute leben. Der wissenschaftliche Name lautet "Rosa canina".

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