Frontex: Wächter über eine extrem lange Grenze

Tunesischen Flüchtlinge auf der Insel Lampedusa. Sie kamen alle mit Booten und hoffen auf ein besseres Leben in Europa.

Man kann einfach darüberlaufen oder darüberfahren, innerhalb von Europa sind Grenzen meist keine Hürde. Das erleichtert das Reisen und den Handel mit Waren. Das Gebiet ohne Grenzkontrollen ist riesengroß. Es heißt Schengen-Raum. 25 Länder gehören dazu, auch Deutschland.

Im Schengen-Raum geht es eher locker zu. Nach außen hin wird aber weiter streng kontrolliert. Es ist eine gewaltige Aufgabe, die Grenzen um den Schengen-Raum zu überwachen. Insgesamt sind es mehr als 8500 Kilometer Land und fast 43 000 Kilometer Wasser. Das kann kein Land allein schaffen. Deswegen haben sich viele europäische Staaten zusammengetan und die "Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen" gegründet. Die hat zum Glück eine Abkürzung: Frontex.

Die Leute von Frontex sollen unter anderem sicherstellen, dass sich niemand über die langen Grenzen schummelt. Das können Kriminelle sein, die zum Beispiel mit Drogen Geschäfte machen wollen. Oft sind es aber unschuldige Menschen, die hoffen, in Europa sicherer und besser leben zu können. Tausende kommen in Booten übers Mittelmeer, so wie gerade aus Tunesien in Nordafrika.

So was soll Frontex helfen zu verhindern. Ihre Leute arbeiten deshalb daran, dass Flüchtlingsboote abgefangen und zurück begleitet werden. Menschenrechtler kritisieren, dass dabei nicht geprüft wird, ob die Menschen auf den Booten dringend Hilfe brauchen und in Europa aufgenommen werden könnten.

Andere meinen hingegen, dass Frontex-Boote auch viele Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten. Und auf die Menschenrechte werde stets geachtet, sagen die Leute von Frontex.

Frontex kümmert sich außerdem darum, dass zum Beispiel die Küstenwachen verschiedener Staaten enger zusammenarbeiten. Frontex hat ihren Hauptsitz in Warschau in Polen. Für die Agentur arbeiten mehr als 200 Leute.

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