Friseure früher: Baden, rasieren, Zähne ziehen

Solche besonderen Frisuren wurden den Damen vor etwa 250 Jahren auf die Köpfe gebaut.

Wenn wir heute zum Friseur gehen, dann hören wir das Klappern der Scheren und es duftet nach Shampoo. Früher war das noch anders: Da hörte man oft ein lautes "Aua!" beim Friseur.

Denn der zog damals auch Zähne! Er führte auch kleine Operationen durch oder bei ihm wurde gebadet. Der Beruf des Friseurs hat sich im Laufe der Zeit wirklich sehr verändert.

Friseure soll es schon vor etwa 5000 Jahren bei den Ägyptern in Nordafrika gegeben haben. Einige alte Bilder zeigen Frisuren, die jemand gemacht haben muss, der das Handwerk gelernt hat.

In Europa waren Friseure danach lange nicht nur für Haare zuständig: Vor etwa 850 bis vor rund 250 Jahren kümmerten sie sich um die Gesundheit und Pflege des ganzen Körpers. In den Städten gab es damals Badestuben. Dort arbeiteten Scherer oder Barbiere, die Haare schnitten und Bärte rasierten. "Barbier" kommt vom französischen Wort für Bart. Die Kunden waren meist Männer.

In den Badestuben wurden aber auch Zähne gezogen, Wunden verarztet und Knochenbrüche gerichtet. Dazu gab es Werkzeuge wie Haken und Zangen, die ziemlich schauerlich aussahen. Und eine richtige Betäubung gab es damals noch nicht... Aua!

Eleganter ging es dann vor etwa 250 Jahren in Frankreichs Hauptstadt Paris zu. Die Friseure waren zu Künstlern geworden. Sie wurden gut bezahlt und kümmerten sich auch wirklich nur noch um Haare. Auf den Köpfen bauten sie wahre Kunstwerke: Sie türmten die Haare zu Landschaften, Springbrunnen oder Gemüsegärten auf. Dazu benutzten sie auch Perücken.

Besonders praktisch war das nicht: In der Pariser Oper durften Damen mit solchen Frisuren zum Beispiel nicht mehr unten im Parkett sitzen, denn sie hätten anderen die Sicht versperrt.

Seit gut 100 Jahren gibt es Friseure, wie wir sie heute kennen. Viele neue Geräte zogen in die Salons ein: Trockenhauben, mit denen man Frisuren trocknen kann. Föhne und Apparate für Dauerwellen.

Bartschneidemaschinen gab es dann auch für Zuhause - und damit kaum noch Arbeit für die Barbiere. Denn die Geräte waren leicht zu bedienen. Und immer mehr Männer rasierten sich lieber selbst den Bart ab.

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