Forscher untersuchen Aschewolke mit einem Laser

Die beiden Forscher können mit dem Laser-Messgerät Lidar herausfinden, wie hoch die Aschewolke fliegt.

Die Asche, die der isländische Vulkan Grimsvötn seit Tagen in die Atmosphäre schleudert, hat auch in Deutschland den Flugverkehr durcheinander gebracht. In der Nähe von Hamburg messen Forscher die Dichte des Staubs.

Die Wissenschaftler sitzen in einem großen Container vor Computern. Über ihren Köpfen, auf dem Dach des Containers, steht ein weißes Gerät.

Das wurde extra dort hinaufgehievt. Es handelt sich um ein wichtiges Messgerät: Mit ihm untersuchen Forscher im Norden Deutschlands die Aschewolke, die ein Vulkan in Island in die Luft gespuckt hat. Die Asche hat auch bei uns den Flugverkehr durcheinandergebracht.

Das Gerät heißt "Lidar" - und Cornelius Schiller weiß, wie es funktioniert. Er arbeitet an einem Forschungszentrum in Jülich in Nordrhein-Westfalen. "Das Besondere an Lidar ist sein Laser. Um die Aschewolke zu messen, schicken Forscher Lichtstrahlen senkrecht in den Himmel", erklärt der 49-Jährige. Wenn das Licht zum Beispiel auf Asche-Teilchen trifft, wird es ähnlich wie bei einem Spiegel zurückgeworfen.

Die Experten messen dann die Geschwindigkeit des Lichts - also wann die Lichtstrahlen wieder unten ankommen. "Das kann man aber nicht mit einer normalen Stoppuhr messen", sagt der Experte. "Das Licht ist wahnsinnig schnell, das dauert nur den Bruchteil einer Sekunde. Lidar ist also auch so etwas wie eine Super-Stoppuhr." An der Geschwindigkeit können Forscher erkennen, wie hoch oben die Aschewolke unterwegs ist. Das ist wichtig: Fachleute wollen etwa wissen, ob sie in einer Höhe schwebt, in der auch Flugzeuge fliegen.

Es spielt für die Experten außerdem eine Rolle, wie viel Licht zurückkommt. Daran erkennen sie, gegen was das Licht im Himmel gestoßen ist. "Wir können unterscheiden, ob es gegen eine Regenwolke gestoßen ist oder gegen eine Aschewolke", sagt Cornelius Schiller. Schon bei einer dünnen Aschewolke komme mehr Licht zurück als bei einer dicken Regenwolke.

Zum Schluss wissen die Experten also so manches über die Aschewolke. Aber eins nicht: Wie breit die Wolke ist. Schließlich gehen die Lichtstrahlen nur gerade nach oben. Trotzdem können die Fachleute nun besser einschätzen, ob in bestimmten Gegenden Flugzeuge lieber am Boden bleiben sollten.

Man kann die Aschewolke übrigens auch in der Luft untersuchen - und zwar mit speziellen Flugzeugen. Auch da ist das Gerät Lidar manchmal mit an Bord. Die Wissenschaftler haben aber auch noch andere Messgeräte. Für diesen Mittwoch war ein Messflug geplant.

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