Fleißig oder faul: Nicht alle Pferde sind gleich

„Pferde sind auch nur Menschen“. Das sagen manche Reiter gern. Damit meinen sie, dass Pferde verschiedene Eigenarten haben - wie wir eben auch. Das eine Tier ist fleißiger, das andere fauler.

Das eine mag viel Trubel um sich herum, das andere möchte lieber seine Ruhe. Manche Pferde sind empfindlich und bekommen alles mit, andere interessieren sich für wenig.

Wie ein Pferd tickt, könnt ihr mit ein bisschen Übung an seiner Körperhaltung und vor allem an seinem Gesicht erkennen. Ein freundliches Pferd schaut zum Beispiel interessiert. Wenn ihr zu ihm kommt, läuft es euch entweder entgegen oder guckt zumindest in eure Richtung. Seine Ohren sind aufgestellt, die Augen geöffnet und der Körper ist entspannt.

Ist ein Pferd vom Typ her eher nervös, kann man das ziemlich leicht sehen. So ein Pferd wirkt häufig angespannt. Es erschrickt schnell und bewegt sich hektisch. Die Augen sind oft aufgerissen, manchmal ist das Weiße darin zu sehen.

Faule Pferde interessieren sich oft außer für Schlafen, Ausruhen und Fressen eher für wenig. Wenn ihr zu ihnen kommt, bewegen sie sich entweder gar nicht oder im Zeitlupentempo.

Warum ein Pferd so, ein anderes so ist? Dafür gibt es verschiedene Gründe. Einige Sachen vererben ihnen ihre Eltern. Eine Rolle spielt auch, wie sie aufgewachsen sind. Ein junges Tier kann sich zum Beispiel etwas von der Mutter abgucken. Und es hängt auch davon ab, wie Menschen mit den Pferden umgehen. Wird ein Fohlen etwa gut behandelt, ist es eher zutraulich.

Wenn ein erwachsenes Pferd zu wenig Bewegung bekommt, kann es nervös und angespannt werden. Muss es dagegen ständig viel arbeiten, hat es vielleicht irgendwann keine Lust mehr, sich zu bewegen - und wird fauler. Und natürlich sind auch Pferde nicht jeden Tag gleich gelaunt - wie wir Menschen.

So bringt man faule Pferde auf Trab

Boah, das nervt. Wenn ein Pferd faul ist und man es zu jedem Schritt überreden muss, kann das ganz schön anstrengend sein. Hier kommen ein paar Tipps, wie du ein faules Pferd auf Trab bringen kannst:

Faule Pferde sollten aufgeweckt werden, und das nicht erst beim Reiten.

Schon wenn man das Pferd aus der Box führt, sollte man energisch mit ihm sprechen. Gib ihm einen Klaps auf den Hintern oder lass jemanden mit der Gerte hinterhergehen. Dann ist das Pferd schon ein bisschen wacher und du hast es beim Reiten leichter.

Lass das Pferd beim Reiten auch am Anfang nicht im Schritt herumschlurfen, sondern reite sofort zügig vorwärts. Wenn es nicht reagiert, kannst du mit den Beinen kurz an seinen Bauch drücken und dem Tier gleichzeitig mit der Gerte einen kräftigen Klaps geben. Wird der Faulpelz dann schneller, lobe ihn! Trödelt er gleich wieder, versuche es noch einmal mit einem Klaps.

Mit etwas Glück lernt er so, dass Schlurfen nicht angesagt ist.

Wenn man faule Pferde putzt und sattelt, ist es wichtig, sich schwungvoll zu bewegen. Reagiert das Pferd nicht gleich, wenn es zum Beispiel Platz machen soll, kannst du ruhig mal mit ihm schimpfen.

Auch bei Pferden gibt es Zicken und Angeber

„Zicke!“ - „Angeber!“ So beschimpfen sich Leute manchmal gegenseitig. Mit diesen Worten könnte man auch manche Pferde beschreiben.

Im Allgemeinen kann man sagen: Hengste sind häufig wild. Deshalb sind sie oft auch keine Tiere für Kinder. Denn Hengste können kampfeslustig sein und wollen häufig einen auf Chef machen. Doch der Boss sollte immer der Reiter bleiben. Einen erfahrenen Reiter erkennen wilde Hengste als ihren Chef an.

Wallache sind dagegen eher unkompliziert und damit besser geeignet für junge Reiter. Wallache waren auch mal Hengste. Aber sie wurden operiert und können sich deshalb nicht mehr fortpflanzen. Das macht sie generell ruhiger als Hengste.

Stuten sind häufig wieder anders. Ein Warnhinweis an der Box wie „Achtung, Zicke!“ wäre hin und wieder ratsam. Stuten sind manchmal empfindlich - vor allem wenn sie paarungsbereit sind. Dann werden sie oft kitzelig und mögen es zum Beispiel nicht, dass beim Reiten das Bein des Reiters ihren Körper berührt.

Wallache spielen in der Herde gern miteinander. Das machen Stuten seltener. Und wenn die sich raufen, dann ist es meistens ernst.

Diese Eigenschaften gelten aber längst nicht für jeden Hengst, jeden Wallach oder jede Stute. Es gibt zum Beispiel auch viele Stuten, die alles andere als zickig sind.

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