Fingerboarder: "Auf dem Küchentisch loslegen"

Timo Kranz ist im Fingerboarden ein echter Experte.

Skateboard fahren im Mini-Format - mit den Fingern, auf kleinen Boards und auf dem Tisch. Fingerboarding eben.

Timo Kranz ist lange Skateboard gefahren, bevor er auf das kleine Brett umstieg. Inzwischen ist der 34-Jährige aus Berlin schon seit mehr als zehn Jahren ein begeisterter Fingerboarder. Und er ist richtig gut: Er ist schon mal Weltmeister geworden. Den dpa-Nachrichten für Kinder hat Timo Kranz erzählt, warum er so begeistert ist und wie Wettkämpfe ablaufen.

Wie wird man ein guter Fingerboarder?

Timo Kranz: "Also als Erstes braucht man mal viel Geduld, man muss die Tricks wieder und wieder üben. Ohne Ausdauer geht es nicht, aber das ist in anderen Sportarten ja eigentlich auch so. Ich hab' mein Fingerboard am Anfang eigentlich immer in der Hosentasche gehabt. Bei jeder Gelegenheit hab' ich das dann rausgeholt. Das Gute ist, dass man außer dem Fingerboard und seiner Hand eigentlich nichts braucht. Man kann zum Beispiel zu Hause auf dem Küchentisch einfach loslegen."

Was fasziniert dich am Fingerboarding?

Timo Kranz: "Es ist ein richtiges Hobby, so wie Tischtennis oder so. Klar, ich beschäftige mich gerne mit dem Board und übe die Tricks. Aber auch das Drumherum gefällt mir, das Selberbauen von Rampen zum Beispiel. Und außerdem mag ich die Szene. Es macht mir Spaß, mich mit den anderen zu treffen und bei den Wettkämpfen zu messen."

Was passiert denn bei den Wettkämpfen?

Timo Kranz: "Es gibt da meist zwei Disziplinen. Bei der einen fährt man auf einem Wettkampf-Tisch eine Art Kür. Die dauert 45 Sekunden bis eine Minute. Schiedsrichter beurteilen dann, wie gut das Ganze aussah, wie hoch der Schwierigkeitsgrad war und wie durchgängig die Kür insgesamt rüberkam. Dann gibt es noch das "Game of Skate" (gesprochen: Gäim of Skäit). Dabei macht einer einen Trick vor und der andere macht ihn nach. Wer mehrere Tricks nicht schafft, fliegt raus - vereinfacht gesagt. Das geht so lange, bis am Ende nur noch der Gewinner übrig bleibt."

Fingerboarding - wie geht das?

Kurz gesagt: Fingerboarding ist Skateboardfahren mit den Händen. Alles, was du dazu brauchst, ist ein kleines Brett und deine Finger. Statt der Beine nimmst du den Zeigefinger und den Mittelfinger. Schon kann's losgehen.

Fingerboarder versuchen viele ähnliche Tricks wie Skateboarder. Und die heißen auch so. Zum Beispiel der "Ollie": Mit dem Trick kann man auf oder über Hindernisse springen. Dafür liegt der Mittelfinger am Ende des Mini-Bretts, der Zeigefinger auf dem vorderen Teil. Das Board wird mit den Fingern angeschoben. Der Mittelfinger drückt dann das Ende des Bretts nach unten, das Board geht dadurch hoch. Der Zeigefinger rutscht an die Spitze des Bretts und kann es in der Luft nach vorne lenken.

Außerdem gibt es zum Beispiel Tricks, die "Flips" heißen. Bei denen wird das Brett in der Luft gedreht. Oder "Grinds" (gesprochen: Greinds), bei denen auf der Achse des Boards gerutscht wird, etwa auf kleinen Geländern. Für coole Tricks gibt es nämlich zum Beispiel auch Rampen, Treppen oder Halfpipes im Mini-Format.

Wie die Tricks gehen, kannst du dir im Internet anschauen, zum Beispiel auf der Video-Plattform YouTube.

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