Filmset statt Schulbank: Tim und Ben vor der Kamera

Tim (links) und Ben Litwinschuh aus Berlin haben jetzt auch einen Hamster.

Tim und Ben Litwinschuh sind nicht nur im Film Brüder, sondern auch im richtigen Leben. Für den Kurzfilm "Neuneinhalbs Abschied" standen sie zum ersten Mal richtig vor der Kamera.

Zehn Tage lang wurde für den Streifen an der Ostsee und im Filmstudio gedreht. "Dazu hatten wir eine Woche schulfrei", erzählt der elf Jahre alte Tim. Der Film läuft gerade im Wettbewerb des Kinder-Filmfestivals "Goldener Spatz" in Gera in Thüringen.

Das Thema ist ernst: Der kleine Hamster Neuneinhalb stirbt. Deswegen fragen sich die beiden Brüder, was nach dem Tod passiert. "Wir haben uns dann schon auch mal überlegt, wie er wohl in den Himmel kommt", erzählt Tim. "Aber das, was wir im Film gesagt haben, das stand alles so im Drehbuch."

Sorgen um Neuneinhalb brauchten sich die beiden Jungen im richtigen Leben nicht zu machen. Denn er ist nicht wirklich tot. Er rennt fröhlich im Hamsterrad - und hat den beiden Brüdern kleine Hamster beschert. "Er war die ganze Zeit schwanger", berichtet der acht Jahre alte Ben.

Nach den Dreharbeiten durften sie ihn mit nach Hause nehmen - und bald wimmelte es im Käfig. "Wir konnten aber nicht alle sieben behalten." Immerhin ein Junges durfte bei der Mutter bleiben, die anderen wurden verschenkt oder in die Zoohandlung gebracht.

Und wie sind die beiden Jungs überhaupt zum Film gekommen? "Die Regisseurin ist bei der gleichen Klavierlehrerin, bei der ich auch bin", erzählt Tim. Als sie für ihren Film nach einem Jungen mit einem kleinen Bruder suchte, da hat die Lehrerin Tim und Ben empfohlen.

Tim hat das Filmen gefallen: "Ich will Schauspieler werden." Er ist inzwischen bei einer Castingagentur angemeldet. Sein kleiner Bruder Ben hat dagegen erst einmal genug vom Filmen. Viel lieber verbringt er seine Freizeit mit Malen, Schwimmen und Inlineskaten.

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