Eklig und nützlich - was alles aus dem Körper kommt

In der Nase bohren und laut pupsen - viele Leute mögen nicht, wenn andere das tun. Doch Dinge wie Ohrenschmalz, Popel und Fürze sind auch ziemlich nützlich!

Hast du dich auch schon einmal gewundert, was so alles aus deinem Körper rauskommt? Popel und Schnodder, Pupse und Rülpser, Ohrenschmalz und Fußschweiß. Irgendwie eklig, sagen viele. Irgendwie aber auch clever, was der Körper so alles kann. Er hat mit dem Glibber und der stinkenden Luft häufig nämlich nur eines im Sinn: Dir Dinge vom Leib halten, die da nicht hingehören. Dazu gehören zum Beispiel Krankheitserreger oder unnütze Luft im Bauch.

Viele Erwachsene kriegen die Krise, wenn Kinder popeln. Oder einen lauten, stinkenden Pups fahren lassen. "Das wird von Erwachsenen nicht so gerne gesehen", sagt der Kinderarzt Ulrich Fegeler. "Aber das gehört zu jedem Menschen dazu." Trotzdem: Wer dabei erwischt wird, sollte sich kurz entschuldigen.

Doch warum scheidet der Körper überhaupt solche Dinge aus? Es gibt unter anderem verschiedene Spezial-Zellen im Körper. Sie sind damit beschäftigt, Krankheitserreger zu beseitigen. Zum Beispiel damit du nicht so schnell einen Schnupfen kriegst.

In der Nase sitzen nämlich kleine Zellen, aus denen Schleim kommt. Dieser Schleim hindert Viren und Bakterien daran, sich in der Nase festzusetzen. So können sie auch schlechter Krankheit auslösen.

Außerdem sind in dem Schleim winzig kleine Stoffe, die man mit dem Auge nicht sehen kann. Sie heißen Antikörper und bekämpfen Erreger zusätzlich. Der Schleim ist also sehr nützlich. Aber: "Wenn dieser Schleim austrocknet, dann wird er zu einem mehr oder weniger festen Popel", erklärt Fachmann Fegeler.

Auch im Ohr sitzen besondere Zellen. Sie stellen das Ohrenschmalz her. Das ist aber kein Schleim, sondern eher talgiges Zeug. Auch dieser gelbe Klebkram soll Keime auf den Weg ins Körperinnere bekämpfen.

Pupse und Rülpser dagegen sind Gase, die aus dem Körper raus müssen. Sonst würde dein Bauch etwas aufblähen und wehtun. "Beim Essen, Sprechen und Trinken gelangt beispielsweise immer etwas Luft in den Magen", berichtet Kinderarzt Fegeler. "Die kommt dann als Rülpser wieder raus." Oder sie wandert weiter durch den Darm und gelangt als Pups wieder nach draußen.

Und der Experte sagt auch: "Jeder muss pupsen und jeder popelt - mehr oder weniger heimlich. Auch Erwachsene. Wer sagt, er macht das nicht, der lügt!"

Eiter entsteht beim Kampf gegen Bakterien und Co.

Wenn du eine starke Erkältung hast, findest du manchmal grün-gelbes Zeug in deinem Taschentuch. Du hast so ein Zeug sicher auch mal an einer Schürfwunde, zum Beispiel am Knie gehabt.

Oder in einem dicken Pickel auf der Nase. Häufig handelt es sich dabei um Eiter. Was das genau ist? "Eiter ist eine Mischung aus Blutkörperchen, getöteten Bakterien und mehr", erklärt Kinderarzt Ulrich Fegeler.

Wenn nämlich Krankheitserreger ins Körperinnere wollen, schlägt dein Körper Alarm. Zum Beispiel wenn Bakterien es sich in deiner Nase gemütlich gemacht haben. Dann kommen mit dem Blut weiße Blutkörperchen angewandert, berichtet der Fachmann. Die nennt man Fresszellen.

Sie fangen an, die Bakterien und Viren aufzufuttern. Das machen sie mit Hilfe bestimmter Stoffe, die Enzyme heißen. Durch diese Enzyme sterben dann aber auch zahlreiche Fresszellen ab. Und dieses ganze Gemisch mit Fresszellen und Resten von Eindringlingen nennt man dann Eiter.

Wenn du viel Eiter bei dir entdeckst, solltest du das deinen Eltern sagen und vielleicht mit ihnen zum Arzt gehen. Möglicherweise musst du dann Medikamente einnehmen, oder den Eiter vom Arzt vorsichtig entfernen lassen.

Ohrenschmalz vorsichtig entfernen

Ohrenschmalz stört normalerweise fast gar nicht beim Hören. Doch wenn das Zeug dein Ohr verstopft, dann sollte es vielleicht von einem Arzt entfernt werden.

"Nur wenn ein Pfropf ganz fest ist und vor dem Trommelfell liegt, dann kann es schon mal sein, das man schlecht hört", sagt ein Experte. Aber wie kommt ein Schmalzpfropf überhaupt dahin?

"Zum Beispiel wenn man mit einem dünnen Stäbchen den Schmalz aus dem Ohr rausholen will", sagt der Fachmann. Das gelingt aber nur selten. Meist schiebt man das Ohrenschmalz nämlich weiter rein. Dabei kann man manchmal auch das Ohr von innen verletzen. "Deshalb sollte man nur das aus dem Ohr rausholen, was man mit dem Finger erreichen kann", rät der Experte.

Zwischen Mund und After geht es rund

Mmmh, lecker! Wenn du was isst, wandert das Essen über die Speiseröhre in den Magen. Und von dort weiter in den Darm. Das ist eine Art sehr langer Schlauch.

Würde man ihn gerade hinlegen, wäre er vielleicht so lang wie eine Wand deines Klassenzimmers. Am Ende des Darms ist der Darm-Ausgang. Das ist ein ringartiger Muskel. Er wird After genannt.

Zwischen Mund und After geht es richtig rund in deinem Körper: Schließlich wird dort das Essen verdaut. Daran sind unter anderem Tausende winzige Bakterien im Darm beteiligt. Sie stürzen sich auf die Nahrung, die durch den Körper wandert. Dadurch wird das Essen so klein, dass der Körper zumindest Teile davon aufnehmen kann. Das brauchen wir zum Leben.

Allerdings entstehen bei der Verdauung zum Beispiel auch Kot und Gase. Je nachdem, was du isst, können die Gase sehr unangenehm riechen. Oder es entsteht besonders viel Gas. Zum Beispiel wenn es Schweinefleisch, Bohnen, Kohl oder Zwiebeln gab.

Manche Pupse verziehen sich eher schleichend. Und manche knallen richtig laut. Das hängt unter anderem davon ab, wie viel Luft sich auf einmal den Weg nach draußen bahnt.

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