Einmal zum Mars und zurück - aber nur gespielt

"3,2,1... Abflug zum Mars." So ähnlich lautete vor Kurzem das Kommando für sechs Männer in der russischen Stadt Moskau. Dort startete nämlich eine Weltraum-Mission zum Planeten Mars.

Ach nein, stopp! Die Männer fliegen nicht wirklich zum Mars. Und sie sind auch keine richtigen Astronauten. Sie machen bei einem Experiment mit: Sie sollen einen Flug zum Mars möglichst genau nachspielen. So ein Experiment nennt man auch "Simulation".

Die sechs Teilnehmer kommen aus ganz verschiedenen Ländern. Drei Russen sind dabei, ein Chinese, ein Franzose und ein Mann aus Italien. Sie wurden in vielen Tests sorgfältig ausgewählt, denn sie müssen so Einiges aushalten.

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Sie sollen zum Beispiel haufenweise Versuche machen und Daten sammeln. Sie müssen unter anderem ständig Proben von ihrem Urin und Blut abgeben, ihren Herzschlag und ihr Gewicht messen. Denn die Forscher wollen mehr darüber herausfinden, wie Menschen einen so langen Flug ins All aushalten können.

Das neue Zuhause der Männer ist ein röhrenförmiger Container - eine nachgebaute Weltraumfähre. Sie steht auf dem Gelände eines Instituts in Moskau. Darin bleiben die Männer für insgesamt 520 Tage, also etwa eineinhalb Jahre. Experten schätzen, dass so lange auch eine echte Mars-Mission dauern würde: 250 Tage Hinflug, 30 Tage Aufenthalt auf dem Mars und etwa 240 Tage Rückflug zur Erde.

In dem nachgebauten Raumschiff gibt es einen Arbeits- und einen Wohnbereich und für jeden eine eigene kleine Schlafkammer. Doch dann ist auch schon Schluss mit Luxus: Es gibt kein Tageslicht, keine Dusche und ein Fenster öffnen und durchlüften - das geht auch nicht. Tonnenweise Essen und Trinken für 520 Tage wird in einem Kühlraum gelagert. Außerdem gibt es ein kleines Gewächshaus, in dem die Crew Gemüse anbauen kann.

Während des ganzen Experiments dürfen die Männer die Station nicht verlassen - bei einem echten Flug zum Mars könnten sie auch nicht mal eben zwischendurch aussteigen. Einen großen Unterschied zu einem echten Weltraumflug gibt es aber: Die Teilnehmer schweben nicht umher, wie echte Astronauten im All. Die Schwerelosigkeit kann man auf der Erde nämlich nicht so leicht nachstellen.

Alles andere soll ähnlich laufen wie in echt: Zum Beispiel muss die Crew jederzeit mit unerwarteten Ereignissen rechnen. Immer wieder werden etwa Stromausfälle oder Maschinenschäden simuliert, also nachgestellt. Damit müssen die Männer dann ohne Hilfe zurechtkommen.

Auch wenn jemand krank oder verletzt ist, müssen die Männer allein handeln. Im Weltraum könnten sie ja auch nicht mal eben einen Rettungswagen rufen. Aber keine Sorge: Sobald es jemandem richtig schlecht geht, wird die Simulation abgebrochen.

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