Eine Schau mit toten Tieren: ekelig oder interessant?

Gruselig oder interessant: Ein plastinierter Gorilla bei der Ausstellung "Körperwelten der Tiere".

Für viele ist es eine totale Gruselschau, für andere ein interessantes Experiment. Eine Ausstellung im Zoo Neunkirchen im Saarland sorgt gerade für viel Wirbel. Sie zeigt mehr als 100 tote Tiere.

Das Besondere an dem Löwen, dem Gorilla, dem Ziegenbock und den anderen Tieren: Sie stehen ohne Fell oder Federn da. Die Besucher sehen das, was darunter liegt, also Muskeln, Sehnen oder Knochen. Die Schau "Körperwelten der Tiere" wurde am Freitag eröffnet.

Damit die toten Tiere so gezeigt werden können, hat der Macher der Schau - Gunther von Hagens - ein kompliziertes Verfahren angewandt: Es heißt Plastination. Dabei wird zuerst ein bestimmter Stoff in die Körper gepumpt, damit sie nicht verwesen - damit der tote Körper also nicht muffelt und zerfällt. Dann löst man die Haut ab. Danach wird in mehreren Schritten das Wasser im Körper gegen flüssigen Kunststoff ausgetauscht. Der wird schließlich gehärtet.

Die Schau ist sehr umstritten. Gunther von Hagens sagt, dass die Leute so mal genau gucken können, wie ein Tierkörper unter der Haut aussieht. Er und andere finden das faszinierend. Viele Menschen sind jedoch entsetzt. Sie finden das Ganze abstoßend und sagen, dass die Würde der toten Tiere nicht geachtet wird. Noch viel heftiger war der Streit, als Gunther von Hagens vor einigen Jahren begann, verstorbene Menschen zu präparieren und auszustellen. Viele waren empört: Tote gehören in ein Grab, sagen sie.

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