Wie eine Familie mit wenig Geld auskommt

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Diesen Tornister hat sich Lina gewünscht. Die Eltern haben ihn auch besorgt, aber gebraucht.

Wenn die Eltern keine Arbeit haben oder nur wenig Geld verdienen, muss meist die ganze Familie sparen. Für das Nötigste zahlt der Staat diesen Eltern und ihren Kindern Hartz IV, also eine Unterstützung.

Pink und mit Einhörnern drauf. So einen Tornister hat sich die fünf Jahre alte Lina aus Dortmund zum Schulanfang im Sommer gewünscht. Und sie bekommt ihn auch - aber gebraucht. Linas Familie hat nicht viel Geld. Ihr Vater hat keinen richtigen Job und ihre Mutter verdient auch nicht viel. Deshalb wird die Familie vom Staat unterstützt. Hartz IV (gesprochen: vier) nennt man das Geld und die andere Hilfe, die arme und arbeitslose Menschen bekommen, damit sie das Nötigste zum Leben haben.

Lina heißt eigentlich anders. Aber es soll nicht jeder wissen, dass die Familie aus Nordrhein-Westfalen von der Hilfe des Staates lebt und dann womöglich schlecht über sie reden. Auch Lina und ihre kleine Schwester sollen das möglichst wenig merken. Linas Schwester trägt zwar alte Klamotten von Lina, aber sie bekommt zum Beispiel eigene neue Schuhe. "Die alten Schuhe sehen so gebraucht aus", sagt ihr Vater. Er versucht, die meisten Wünsche der beiden zu erfüllen.

Zu Weihnachten hat sich Linas Schwester zum Beispiel eine Spielorgel gewünscht. "Und die hat sie auch bekommen", erzählt der Vater. Lina geht außerdem zum Ballett, ihre kleine Schwester in die Musikschule. Aber dafür muss die Familie dann bei anderen Sachen sparen, bei Ausflügen, beim Urlaub, bei Klamotten oder beim Essen.

Glücklicherweise arbeitet Linas Papa bei der Dortmunder Tafel. Das ist eine Art Supermarkt für arme Leute. Dort können sie für wenig Geld Obst, Gemüse, Aufschnitt, Brot, Waschpulver und alle möglichen anderen Sachen bekommen. Für seine Arbeit dort kriegt Linas Papa zwar nicht viel Geld, aber er kann umsonst einkaufen. "Ab und zu nehme ich dann einen Rucksack voller Sachen mit", erzählt er. An diesem Tag hat er zum Beispiel Schokoriegel, Schinken, Würstchen, Tortellini und noch ein paar andere Dinge mit nach Hause gebracht.

Ein Haken daran: Anders als in einem normalen Supermarkt ist die Auswahl bei der Tafel nicht immer groß. Lieber Chips statt Schokolade? Das kann man sich dort nicht immer aussuchen. Und wenn Linas Familie zum Beispiel mal in den Zoo geht, gibt's auch nicht unbedingt Eis, Zuckerwatte oder Pommes. "Dann nehmen wir unser Essen von zuhause mit", sagt der Vater.

Linas Familie hofft, dass sie nicht mehr lange von Hartz IV leben muss. Die Mutter bildet sich zur Musik-Lehrerin weiter - und wenn alles gut geht, verdient sie dann auch mehr Geld.

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