Eine alte Frau verwandelt sich in einen Tiger

Zwei Jungen steigen in die Kanalisation und treffen dort einem Tiger - spannend!

Der elfjährige Jonas und sein Freund Philipp haben sich einen ungewöhnlichen Spielplatz ausgesucht: die Kanalisation. Sie wollen dort Schätze fischen - mit einer Hängematte. Was ihnen dann ins Netz geht, damit hätten die Jungs in dem Roman "Der Tiger unter der Stadt" nicht gerechnet.

Eigentlich dachten sie an Geldbeutel, Eheringe oder wasserdichte Handys, die ins Klo gefallen sind. Tatsächlich fischen sie aber aus der stinkenden Brühe einen sibirischen Tiger.

Und dann beginnt die Bestie mit den gelben Augen auch noch zu sprechen und behauptet, die alte Frau Ohm von nebenan zu sein. Die Kinder sind hin- und hergerissen zwischen Angst und Neugier und bieten an: "Können wir Ihnen irgendwie helfen?". Und ob sie das können: Zuerst möchte Tante Tiger mit sauberem Wasser gewaschen werden, dann verlangt sie nach ihren Tabletten, der Brille und einem Kamm, einer Decke und einem Radio aus ihrer Wohnung.

Während es sich Tante Tiger im Kanalrohr gemütlich macht, beginnt für Jonas und Philipp ein neuer Alltag. Ihre Hauptbeschäftigung ist es, Essen für die menschliche Raubkatze ranzuschaffen: Zunächst steht die noch auf Sahnetorte, bald jedoch auf rohes Fleisch. Und auch sonst verändert sich dieses merkwürdige Wesen, geht nachts auf Streifzüge und wird einem Tiger immer ähnlicher. Höchste Zeit, dass sie sich zurückverwandelt, finden die Jungen. Nur wie?

Der Roman ist spannend. Und er gibt einfühlsame Einblicke in das Leben und Denken einer einsamen alten Frau. Das Buch bildet den Anfang einer neuen Kinderbuchreihe. Man kann neugierig sein, was diese Reihe noch so alles bringen wird.

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