Dringend gesucht: Ein neuer Bundespräsident

Wer wird Nachfolger von Horst Köhler?

Wer bekommt den Chefsessel? Die Bundeskanzlerin Angela Merkel von der CDU und viele andere Politiker überlegen gerade fieberhaft: Wer soll der neue Bundespräsident von Deutschland werden - also das Staatsoberhaupt?

Der Posten ist frei, weil der Amtsinhaber Horst Köhler am Montag zurückgetreten ist. Nun wird dringend nach einem Nachfolger gesucht. Die Kanzlerin und andere Spitzenleute von der CDU, CSU und FDP wollen sich auf einen Kandidaten einigen und den anderen Parteien dann vorschlagen. Die Parteien regieren zusammen und haben vermutlich die meisten Anhänger in der Bundesversammlung. Das ist die Gruppe, die den Bundespräsidenten wählt. Die Mitglieder können Kandidaten vorschlagen. Merkel sagte: Es solle möglichst jemand sein, der auch von Politikern aus anderen Parteien anerkannt und gemocht wird - nicht nur von CDU,CSU und FDP. Ob das klappt?

Bisher gab es um die Wahl des Bundespräsidenten immer wieder jede Menge Streit. Mehrere Parteien schickten eigene Kandidaten ins Rennen - und zankten oft heftig darum, ihre Wunsch-Person durchzusetzen. Eigentlich ist das aber nicht Sinn der Sache. Das Amt des Bundespräsidenten soll aus dem Streit von politischen Gegnern möglichst rausgehalten werden. Der Bundespräsident soll sich zum Beispiel auch nicht und auf die Seite einer Partei schlagen. Er soll als Staatsoberhaupt für alle Menschen in Deutschland da sein.

Hintergrund: So wird ein neuer Bundespräsident gewählt

Es ist das höchste Amt in Deutschland: Bundespräsident, das Oberhaupt des Staates. Wer es bekommt, wird bei einer großen Versammlung entschieden - der Bundesversammlung.

Dazu treffen sich Hunderte Wahlfrauen und Wahlmänner in der Hauptstadt Berlin. Bei der letzten Wahl zum Bundespräsidenten waren es mehr als 1200. Die eine Hälfte sind Abgeordnete aus dem Bundestag, dem Parlament. Die andere Hälfte sind Vertreter der 16 Bundesländer. Sie schicken oft nicht nur Politiker zu der Abstimmung sondern auch berühmte Leute, zum Beispiel Sport-Profis und Musik-Stars.

Normalerweise kommt die Bundesversammlung nur alle fünf Jahre zusammen, eben zur Wahl des Bundespräsidenten. Denn sie hat nur diese eine Aufgabe. Das nächste Treffen wäre also eigentlich im Jahr 2014. Denn erst im Mai 2009 hatte die Bundesversammlung Horst Köhler gewählt. Aber wenn ein Bundespräsident von seinem Amt zurücktritt - so wie jetzt Köhler - muss die Gruppe innerhalb von 30 Tagen einen neuen wählen. So steht es im Grundgesetz. Das heißt in diesem Fall: Die Wahl ist am 30. Juni. Bis es soweit ist, übernimmt das Amt vorübergehend der Präsident des Bundesrates.

Bei der Abstimmung gehen oft mehrere Kandidaten ins Rennen. Um zu gewinnen, brauchen sie möglichst mehr als die Hälfte der Stimmen. Manchmal wird mehrmals gewählt bis feststeht, wer neuer Bundespräsident wird. Das Ganze kann deshalb einige Stunden dauern.

Kommentare