Wie dreht man einen Film? Ein Experte erzählt

Frieder Wittich (rechts, mit einem Freund) hat schon als kleiner Junge Filme gemacht.

Schon als Junge hat er angefangen, Filme zu machen. Jetzt läuft der erste große Streifen von Frieder Wittich im Kino.

Er ist inzwischen 35 Jahre alt und ein Profi-Regisseur - Filme drehen ist also sein Beruf. Trotzdem war er aufgeregt, als sein Werk "13 Semester" zum ersten Mal gezeigt wurde. Darin geht's um das Leben von Studenten. Die Idee zu "13 Semester" hatte sein Freund Oliver. Fast fünf Jahre haben die beiden gebraucht, bis aus der Idee ein fertiger Film wurde. Wie es bei ihm losging mit dem Drehen, erzählte Frieder Wittich hier.

Wann hast du mit dem Filmemachen begonnen?

Frieder Wittich: "Der allererste Anfang war mit fünf oder sechs Jahren. Da wollte ich aber bestimmt noch nicht Filmemacher werden. Und da haben wir mit einer Kamera einen Stop-Trickfilm gemacht. Da haben wir Playmobilfiguren genommen und sie für jedes Bild ein paar Millimeter weitergedreht. Oder wir haben immer wieder ein Bild von einem Orangensaftglas gefilmt und dann etwas getrunken. Das sieht dann hinterher im Film aus, als ob das Glas von Geisterhand immer leerer wird."

Worauf sollte man achten, wenn man einen eigenen ersten Film machen will?

Frieder Wittich: "Ganz wichtig ist, dass man nicht sofort loslegt, wenn man eine Idee für eine Geschichte hat."

Warum nicht?

Frieder Wittich: "Ein Film ist sehr viel Arbeit, es dauert lange Zeit, bis er fertig ist. Wenn man selber die Geschichte nicht gut findet, verliert man den Spaß. Und meistens sind die ersten Ideen nicht die besten, die sind zu naheliegend."

Und was ist besser?

Frieder Wittich: "Eigentlich ist es besser, noch einmal drüber nachzudenken und die Idee ein bisschen weiter zu spinnen. Dann denken die Zuschauer später: "Da wäre ich nicht sofort draufgekommen, da bin ich überrascht.""

Wie bist du auf die Idee zu "13 Semester" gekommen?

Frieder Wittich: "Die Idee kam von Oliver, der hat einen Roman über seinen Alltag als Student geschrieben. Dann haben wir angefangen, den Roman zu einem Drehbuch für Filme umzuschreiben. Das hat lange gedauert, fast dreieinhalb Jahre."

Wie war das, als der Film zum ersten Mal in einem Kino lief?

Frieder Wittich: "Wir waren total erleichtert, als während der Vorstellung die Leute gelacht haben und gut unterhalten waren."

Hintergrund: So funktionieren Zeichentrickfilme

Im Kino sieht es so aus, als ob sich Tiere und Menschen auf der Leinwand wirklich bewegen. Aber eigentlich besteht ein Film aus vielen einzelnen Bildern, die sehr schnell hintereinander weg gezeigt werden. Die Bilder flitzen so schnell, dass unser Auge dadurch getäuscht wird.

Das menschliche Auge ist nämlich nicht so fix im Sortieren der Bilder. Wenn zu viele schnell hintereinander kommen, verschwimmen sie sozusagen zu einem durchgehenden Film. Das ist dann auch als Bewegung zu sehen. Im Kino-Film laufen pro Sekunde oft 24 Bilder.

Stop-Trickfilme funktionieren ebenfalls so. Man nennt sie auch Filme in Stop-Motion-Technik - das ist Englisch für Stopp-Bewegung.

Dafür werden viele einzelne Fotos aufgenommen. Etwa von einer Spielfigur oder einem Männchen aus Knetmasse. Dann wird für jedes neue Bild eine Kleinigkeit ein wenig verändert - zum Beispiel wird ein Arm ein winziges bisschen weiterbewegt. Und das nächste Foto wird aufgenommen. Und so weiter. Das wird dann als Film abgespielt. So entsteht - wie beim Daumenkino - der Eindruck, dass die Figur zum Beispiel winkt.

Kommentare