Didodidodidodo - so klingt ein Didgeridoo

Traditionelle Didgeridoos bestehen aus Holz, das Termiten ausgehöhlt haben.

Hast du am Straßenrand oder im Park schon mal Leute gesehen, die in ein langes, bunt bemaltes Holzrohr blasen? Das gibt dann so seltsame Töne von sich. Dann war das vielleicht ein Didgeridoo.

Trööööt! Die ersten Töne aus Sebastians Didgeridoo klingen noch ziemlich schräg. Wie ein Elefant auf der Toilette, sagt seine Mutter und lacht - bis sie selbst ran muss. Ffffffft. Das klingt noch weniger nach dem richtigen Ton. Wie man ein Didgeridoo (gesprochen: didscheridu) spielt, lernen der zehnjährige Sebastian sowie Teresa und Veronika. "Am Anfang ist das gar nicht so einfach", sagt die siebenjährige Teresa. Man muss lange üben.

Die drei machen gerade mit ihren Müttern einen Kurs bei Franz Richter in Bayern. Er spielt schon seit vielen Jahren Didgeridoo und baut die Instrumente sogar selbst - aus Holz, Glas oder blauen Plastikrohren. Die Plastikrohre sehen zwar nicht so schön aus wie Holz-Didgeridoos, die bunt bemalt sind oder ölig glänzen. Aber sie haben einen besonderen Zweck, sagt Franz Richter: "Auf ihnen lernt man die Technik leichter."

Bevor Sebastian und die anderen so richtig an die Plastikrohre ran dürfen, bekommen sie erstmal noch ein kleineres Röhrchen: einen Strohhalm. Dazu einen Becher gefüllt mit Wasser. "Wir üben jetzt die Zirkulationsatmung", sagt Franz Richter. "Also gleichzeitig Luft durch die Nase einzuatmen und durch das Röhrchen rauszupressen."

Und schon blubbert es in allen Bechern. Wenn man es richtig kann, hört das Blubbern nicht mehr auf. "Ihr müsst die Luft ganz schnell einatmen. So als würdet ihr Rotz hochziehen." Dieser Tipp kommt an. Schon bald steigen ununterbrochen Blasen auf.

Jetzt noch ein paar Übungen für den Ton: Einmal Luft durch die geschlossenen, leicht gespannten Lippen pressen. "Das ist so ein Geräusch wie beim Spotzen, wenn man spuckt", sagt Sebastian. Dabei müssen die Lippen richtig schön flattern.

Als auch das sitzt, dürfen alle endlich die großen Rohre ansetzen. Und los geht's! Aber hmmm - zu lasch geblasen. Dann zu stark gepresst. Aber nach ein paar Versuchen findet jeder seinen Ton. Der schwingt in der blauen Röhre - drei, vier, fünf Sekunden. Dann lässt die Luft nach. Bis der richtige Ton und die richtige Atmung zusammenspielen, wird es wohl noch ein bisschen dauern.

Bastel dir ein Didgeridoo

Du willst auch Didgeridoo spielen? Dann bastle dir doch dein eigenes Didgeridoo.

Dafür brauchst du nicht viel: Vielleicht können dir deine Eltern aus dem Baumarkt ein Stück Plastikrohr besorgen, wie es für Wasserleitungen verwendet wird. Es sollte etwa einen Meter lang sein und ungefähr vier Zentimeter im Durchmesser haben.

Die Kante sollte man etwas abschleifen oder anschmelzen, damit du dich nicht daran schneidest - vielleicht eine Aufgabe für deinen Papa? Oder du formst dir ein Mundstück aus Bienenwachs. Das war's dann aber auch schon. Schon kann es mit dem Üben losgehen.

 

Didgeridoo-Lehrer: Einfach machen

Ein Didgeridoo ist anders: Es klingt anders, es sieht uriger aus und es ist anders zu spielen als die Instrumente, die wir sonst so kennen.

Franz Richter spielt seit fast 20 Jahren Didgeridoo. Er erklärt, wieso beim Spielen im Mund Luft gespeichert werden muss.

Was ist das Besondere an einem Didgeridoo?

Franz Richter: "Auf dem Didgeridoo kann man nur einen Ton spielen - also keine Melodie wie auf der Flöte oder einer Trompete. Der Spieler hat nur die Möglichkeit, mit der eigenen Stimme höhere Töne hineinzuschreien. Aber der Grundton eines Didgeridoos bleibt immer derselbe. Eine weitere Besonderheit ist die Atmung. Denn um den Ton beim Spielen zu halten, muss man jede Sekunde Luft in das Instrument pressen."

Und wie geht das?

Franz Richter: "Um einen Ton zu erzeugen, muss man zunächst die Lippen recht locker lassen oder auch ein bisschen anspannen - je nach Größe des Instruments. So bläst man dann in das Rohr. Und dann braucht man natürlich die Zirkulationsatmung, um dem Ton ununterbrochen spielen zu können."

Zirkulationsatmung?

Franz Richter: "Dazu muss man, während man durch die Nase einatmet, die Luft aus dem Mundraum herauspressen - nicht blasen! Viele sagen, du musst blasen und schnaufen gleichzeitig. Aber das ist grundverkehrt. Kein Mensch kann das. Sondern: Wir benutzen unseren Mundraum als Luftspeicher. Und das müssen wir mit unserer Backenmuskulatur, mit der Zunge oder mit dem Kiefer machen. Und anschließend wieder umstellen auf Lungenblasen."

Wer lernt es denn schneller, Erwachsene oder Kinder?

Franz Richter: "Kinder denken oft nicht so viel, sondern machen einfach. Und das klappt am besten. Der schnellste Schüler, den ich hatte, war ein zehnjähriger Junge. Der hat es innerhalb von zehn Minuten geschafft, die Zirkulationsatmung zu lernen und auf dem Didgeridoo einen schönen sauberen Ton zu spielen. Nach zwei, drei Stunden hat der mit mir schon richtig fetzige Rhythmen gespielt. Ich hab ihn beneidet, denn ich hab wochenlang für diese blöde Zirkulationsatmung gebraucht."

 

Didgeridoo ist nicht der echte Name

Wusstest du, dass Ureinwohner in Australien das Didgeridoo erfunden haben, aber nicht den Namen? Die Aborigines, so heißen die Ureinwohner dort, nennen es zum Beispiel Yidaki oder Ilpirra.

Woher der Name Didgeridoo kommt, ist nicht so richtig klar. Vielleicht geht er zurück auf die Briten. Als diese Australien entdeckten, stießen sie auch auf das Instrument. Eine Erklärung ist: Der Name Didgeridoo klingt wie das Instrument selbst - wobei das nur auf bestimmte Rhythmus-Folgen zutrifft. (dpa)

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