Deutsche Familie bekommt Schutz in den USA

Hannelore Romeike kann ihre Tochter jetzt zu Hause unterrichten.

Der Klassenraum ist das Wohnzimmer oder die Küche. Andere Mitschüler? Vielleicht die Schwester oder der Bruder. Unterricht zu Hause - das ist in Deutschland eigentlich nicht erlaubt.

In den Vereinigten Staaten von Amerika schon. Eine Familie aus Deutschland ist deshalb in die USA gezogen. Und die Eltern beantragten dort einen speziellen Schutz. Das nennt man Asyl. Das beantragen Menschen, die sich verfolgt fühlen - etwa wegen ihres Glaubens. So bitten sie bei einem Staat um Unterschlupf. Ein Richter hat der Familie aus Baden-Württemberg nun diesen Schutz gewährt.

Das Ganze kam so: Die Familie ist streng gläubig. Sie fand, in der Schule bei uns gehe es nicht christlich genug zu. Zum Beispiel was in Schulbüchern steht, passe nicht zu ihrem Glauben. Also nahm der Vater seine Kinder aus der Grundschule und unterrichtete sie selbst. Doch in Deutschland muss jedes Kind zur Schule gehen. Es gilt nämlich die Schulpflicht. Und Eltern drohen Strafen, wenn sie ihre Kinder nicht hinschicken.

Nach viel Hin und Her ging die Familie vor etwa zwei Jahren in die USA und stellte Antrag auf Asyl. Die Familie hat fünf Kinder. Die Eltern hatten wohl Angst, nach Deutschland zurückzukehren und bestraft zu werden.

Der Richter in den USA entschied: Die Familie brauche Schutz, weil in Deutschland ihre Rechte verletzt werden. Kritiker sagen: Es ist nicht gut, wenn Leute Kinder zu Hause unterrichten. Schließlich geht es nicht nur um das Wissen, sondern auch um das Zusammenleben mit anderen Kindern.

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