Deal geplatzt! Schwarzer Tag für Flugzeugbauer

Fliegende Tankstelle: Ein Tankflugzeug versorgt einen anderen Flieger mit Treibstoff.

Es wäre ein super Geschäft gewesen. So darf man das nennen, weil es um eine richtig große Sache geht. Die Luftwaffe der USA braucht 179 neue Tankflugzeuge. Für umgerechnet rund 26 Milliarden Euro!

Und fast hätte der Flugzeugbauer EADS aus Europa den Riesenauftrag bekommen. Aber nur fast. Denn der Deal (gesprochen: Diel) ist geplatzt. Der US-Partner von EADS gab auf. Der Wettbewerb sei unfair gewesen, hieß es. Damit ist für den Riesenkonzern EADS das Geschäft erstmal gestorben.

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Jahrelang hatten EADS und seine Tochter Airbus mit dem größten Konkurrenten Boeing um den Auftrag gerungen. Mal hatte einer die Nase vorn, dann wieder der andere. Nun sind die Europäer richtig sauer. Die amerikanische Regierung habe Boeing bevorzugt, sagte Airbus-Chef Thomas Enders verärgert. Die Wunschliste sei so geschrieben worden, dass Boeing mit seinen kleineren Fliegern sie besser erfüllen konnte. "Es geht hier nicht mehr um das beste Tankflugzeug und auch nicht um einen fairen Wettbewerb."

Die US-Regierung wies den Vorwurf zurück. Doch Unterstützer von Boeing können sich nun freuen, dass der Auftrag an einen US-Konzern geht und nicht ins Ausland nach Europa. Der Auftrag ist so wichtig, weil noch viel mehr dranhängt: In den nächsten 30 Jahren will die US-Luftwaffe ihre etwa 600 Tankflugzeuge erneuern.

Für EADS und Airbus fing die Woche noch aus einem anderen Grund sehr düster an. Am Dienstag musste EADS richtig schlechte Zahlen verkünden: Im abgelaufenen Jahr machte der Konzern mehr als 700 Millionen Euro Verlust. Das liege vor allem an den Problemen mit dem Airbus A400M. Der Militärflieger hat seinen ersten Testflug viel später als erwartet gemeistert - und mehr Geld verschlungen als geplant.

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