Cooler Wintersport mit Drachen: Snowkiten

Es sieht aus, als würde er fliegen: Snowkiter Jan lässt sich von seinem Drachen in die Luft ziehen.

Der Wind bläst ordentlich und in der Nähe ist ein See dick zugefroren. Dann holt Jan Schiegnitz meist seinen Drachen und sein Snowboard hervor. Der 23-Jährige ist Snowkiter.

Jan schnallt sich das Brett an die Füße, nimmt den Drachen in die Hand und los geht's: Blitzschnell saust er über das Eis, schwingt nach rechts und links und lässt sich vom Drachen in die Luft wirbeln. Im Interview erzählt er, wie er zu dem außergewöhnlichen Wintersport gekommen ist. Jan studiert in München in Bayern.

Wann hast du deinen ersten Lenkdrachen bekommen?

Jan Schiegnitz: „Als ich etwa 13 Jahre alt war. Damals gab es Snowkiten in Deutschland noch gar nicht. Aber ich hatte einen Schul-Austauschpartner aus England. Der kam mich damals für zwei Wochen besuchen. Er brachte mir als Gastgeschenk einen Kite (gesprochen: Keit), also einen großen Lenkdrachen mit. Das ist fast derselbe Drache, den man auch zum Snowkiten verwendet. Wir sind dann sofort auf die Wiese hinter unser Haus gegangen und haben ihn ausprobiert. Der Drache zog mich gleich ein bisschen in die Luft.“

Und wie kamst du dann zum Snowkiten?

Jan Schiegnitz: „Das Rumprobieren mit dem Lenkdrachen im Garten machte mir so viel Spaß, dass ich unbedingt einen richtigen Kite haben wollte. Ich habe meine Eltern damit ständig genervt. Aber man konnte in Deutschland ja keinen kaufen. Ungefähr ein Jahr später sind wir in den Winterurlaub in die Schweiz gefahren. Auf der Fahrt dahin hat meine Mutter im Rückspiegel einen Drachenladen entdeckt. Und endlich hab ich einen bekommen! Ich hab mir gleich mein Snowboard angeschnallt und bin zu dem zugefrorenen See dort gegangen.“

Hast du das dann gleich hinbekommen?

Jan Schiegnitz: „Ich hatte ja auf der Wiese schon mit dem anderen Drachen geübt, und ich fahre Snowboard seit ich sieben Jahre alt bin. Das Snowkiten hat bei mir also sofort ganz gut geklappt. Ich konnte gleich ein paar Sprünge machen. Ich war überglücklich.“

Was ist für dich das Besondere am Snowkiten?

Jan Schiegnitz: „Beim Snowkiten muss man auf so viele Dinge gleichzeitig achten: Nicht mit dem Brett ausrutschen, den Drachen richtig lenken - woher kommt der Wind? Sind irgendwelche Hindernisse in der Nähe? Man muss immer total konzentriert sein, sonst klappt das nicht. Denn wenn der Wind sich dreht, muss man blitzschnell reagieren können. Wenn ich snowkite, dann sind alle Probleme aus dem Alltag völlig vergessen. Ich kann durch die Luft schweben. Und sogar Berghänge bergauf fahren. Das ist so toll.“

Aber was machst du im Sommer?

Jan Schiegnitz: „Im Sommer mache ich das Gleiche mit Surfbrett und Drachen auf dem Wasser. Das nennt sich dann Kitesurfen.“

Aufgepasst! Helm schützt beim Snowkiten

Sich von einem Drachen ziehen lassen, ist nicht ganz ohne. Snowkiten ist kein Wintersport, den jeder einfach mal eben machen kann. „Der Sport birgt schon ein paar Gefahren“, sagt Snowkiter Jan Schiegnitz.

Deshalb ist es wichtig, zum Beispiel erstmal einen Kurs zu machen, in dem man lernt, wie es geht und worauf man achten muss.

Jan erklärt: „Ich setze beim Snowkiten immer einen Helm auf, damit meinem Kopf nichts passiert, wenn ich stürze.“ Außerdem wärmt der Sportler sich auf, bevor er loslegt. „Zum Beispiel kreise ich die Arme und drehe meinen Oberkörper nach rechts und links. Man verletzt sich dadurch nicht so leicht.“

Wenn sie auf einen See gehen, achten Snowkiter darauf, dass er wirklich fest zugefroren ist. Und man müsse auch lernen, den Wind richtig einzuschätzen, erklärt der Sportler. Der Wind kann eine unheimliche Kraft bekommen. „Wenn der ordentlich bläst, kann der Drache irre schnell fliegen. Deshalb muss man auch gucken, dass keine Hindernisse in der Nähe sind, also Bäume oder Felsen zum Beispiel“, sagt Jan Schiegnitz.

Kommentare