Ein Computer so groß wie ein Doppelbett

Konrad Zuse, mit seinem Nachbau, des sogenannten Z 1, im Berliner Museum für Verkehr und Technik .

Faulheit muss nicht immer schlecht sein. Konrad Zuse war zum Beispiel zu faul zum Rechnen. Darum erfand er vor mehr als 70 Jahren die erste vollautomatische Rechenmaschine der Welt.

Konrad Zuse, der Erfinder des Computers

In diesem Jahr erinnern viele Menschen an den Erfinder Konrad Zuse. Zu ihm gibt es Ausstellungen und Vorträge. Warum gerade jetzt? Zuse ist zwar schon vor vielen Jahren gestorben, wäre am 22. Juni aber 100 Jahre alt geworden. Das ist für manche Menschen Grund zum Feiern. Zuse wurde 85 Jahre alt.

Außerdem kann man in diesem Jahr mal mehr darüber erzählen, wer den Computer erfunden hat. Viele Menschen glauben zum Beispiel, dass es der Amerikaner Bill Gates war. Doch das ist nicht richtig - es war Konrad Zuse. Für das Deutsche Technikmuseum in Berlin hat er seinen "Z1" später sogar noch mal nachgebaut. Die Maschine ist dort noch heute zu sehen.

Sie sollte ihm das lästige Rechnen abnehmen - und sie gilt heute als erster Computer der Welt. Zuses Maschine sah aber anders aus als unsere Computer heute: Sie war etwa so groß wie ein Doppelbett. Konrad Zuse tüftelte schon als Kind gerne. Mit etwa 20 wünschte er sich ein mechanisches Gehirn, das Rechenaufgaben für ihn erledigen sollte. Bei seiner Arbeit ärgerte er sich nämlich über langweilige Zahlenreihen. Im Wohnzimmer seiner Eltern baute er daher an einer Maschine, die ihm die anstrengende Rechnerei abnehmen sollte. Im Jahr 1936 war das Ding fertig - und das Wohnzimmer ziemlich voll. Damals war Zuse Mitte 20.

Zuse taufte die Maschine nach den Anfangsbuchstaben seines Nachnamens auf "Z1". Leider bockte das Gerät ziemlich oft. Erst der "Z3", also Zuses dritter Rechner, funktionierte so wie er sollte. Er wurde ebenfalls in Zuses Wohnzimmer gebaut und zum Vorbild für unsere heutigen Computer.

Doch dann hatte Konrad Zuse viel Pech. Zu der Zeit herrschte nämlich Krieg und eine Bombe fiel auf sein Wohnhaus. Alle Maschinen wurden zerstört. Nach dem Kriegsende wollte in Deutschland noch niemand etwas von Computern wissen. Auch seine Computerfirma, die er in Hessen eröffnete, nutzte ihm wenig. Denn kaum jemand wollte die Maschinen haben. Zum Schluss hatte seine Firma so große Schulden, dass er sie verkaufen musste.

Hintergrund: Wie funktioniert eigentlicht ein Computer?

Weil sie nur Zahlen verstehen, heißen die Maschinen auch Rechner. Auf Englisch heißt ein Verb für rechnen "to compute". Daher kommt auch das Wort Computer.

Wichtigster Bestandteil eines Computers ist ein Prozessor. Das ist die Schaltzentrale. Wichtig ist auch der Arbeitsspeicher. In ihn lädt man die Programme, die der Prozessor ausführt. Und die Daten, mit denen der Prozessor rechnet. Viel Arbeitsspeicher ist wichtig, damit der Computer schnell arbeiten kann.

Alles, was man beim Computer anfassen kann, nennt sich Hardware. Das ist Englisch und heißt so viel wie "feste Teile". Darüber hinaus braucht der Rechner Programme: zum Beispiel das Betriebssystem und Anwendungsprogramme. Das nennt man Software.

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