Bald wird gewählt: Los geht es in Hamburg

Bald geht es los - das Superwahljahr. In sieben Bundesländern wird gewählt.

Wird in der Gegend ein kompletter Stadtteil umgebaut? Gibt es bald mehr oder weniger Geld für Schulen? Solche und andere Fragen entscheiden auch die Landesparlamente. In Hamburg nennt sich das Bürgerschaft, und die wird jetzt bald gewählt.

Bürgerschaft - davon ist bei den Wahlen in Hamburg am 20. Februar viel die Rede. Klar doch, jeder Hamburger ist ein Einwohner dieser Stadt und damit ein Bürger. Also sind alle zusammen die Bürgerschaft. Das ist zwar richtig, aber: Hamburg hat fast zwei Millionen Einwohner. Wie sollen so viele Menschen zusammen entscheiden, ob zum Beispiel die Schulen und Kitas mehr Geld bekommen? Es würde wohl Jahre dauern, bis sich alle einig wären.

Deshalb wählen viele Menschen in Hamburg Männer und Frauen, die sie in einem Parlament vertreten - insgesamt 121. Und das nennen sie Bürgerschaft. Das Gremium hat viele Aufgaben. Denn Hamburg ist eine Stadt und gleichzeitig auch ein Bundesland. In der Fachsprache heißt so etwas Stadtstaat. Davon gibt es in Deutschland insgesamt drei: Berlin, Bremen und Hamburg.

Aber zurück zur Bürgerschaft: Als Parlament des Landes Hamburg verabschiedet sie die Gesetze und beschließt, wofür Geld ausgegeben wird. Die Bürgerschaft wählt auch den Regierungschef. Er heißt in Hamburg Erster Bürgermeister. Die Bürgerschaft hat also die gleichen Aufgaben wie der Landtag in anderen Bundesländern. Und noch mehr: Sie entscheidet zum Beispiel auch darüber, wo in der Stadt selbst neue Wohnungen oder Straßen gebaut werden dürfen.

Superwahljahr 2011

Neben Hamburg bestimmen die Menschen in diesem Jahr auch noch in sechs weiteren Bundesländern, wer sie in Zukunft im Land regieren soll. Den Anfang machen die Hamburger.

Danach wird in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und zum Schluss in Berlin gewählt. Dieses Superwahljahr ist auch für Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Minister ein harter Test. Hier erfährst du, welche Wahlen besonders wichtig für die Bundesregierung sind:

Hamburg am 20. Februar

: In dem kleinen Bundesland im Norden Deutschlands hat der Regierungschef zurzeit viel Stress. Er heißt Christoph Ahlhaus und ist von der CDU. Das ist auch die Partei der Kanzlerin. Ahlhaus will an der Macht bleiben. Doch Experten sagen voraus, dass bei der Wahl eine andere politische Gruppe, die SPD, der große Sieger sein wird. Das ist schlecht für Angela Merkel und ihr Team. Verliert ihr Mann in Hamburg, dann haben sie und ihre Regierungsleute im Bundesrat noch einen Verbündeten weniger. Im Bundesrat sitzen unter anderem die Regierungschefs der Bundesländer. Die Gruppe muss den meisten Gesetzen der Bundesregierung zustimmen. Erst dann sind sie gültig. Deshalb braucht Merkel für ihre Politik im Bundesrat viele Unterstützer.

Baden-Württemberg AM 27. März

: Bei dieser Wahl könnte eine alte Hochburg der CDU einbrechen. In diesem Bundesland im Süden Deutschlands regiert die Partei der Kanzlerin nämlich schon mehr als 50 Jahre, zuletzt zusammen mit der FDP. Das ist die Partei von Merkels Stellvertreter. Sein Name ist Guido Westerwelle. Sollte die CDU ihre Macht in Baden-Württemberg verlieren, haben die Kanzlerin und ihr Team dort keinen verbündeten Regierungschef mehr. Und im Bundesrat sitzen dann noch weniger Unterstützer. Wenn das passieren sollte, bekommt Merkels Mannschaft riesige Probleme beim Regieren. Das sagen Fachleute.

Die anderen fünf Wahlen sind vor allem für die Menschen in diesen Bundesländern wichtig. Mit ihren Stimmen entscheiden sie, wer in ihrem Land das Sagen hat. Wundere dich also nicht, wenn die Erwachsenen in diesem Jahr viel über Politik reden.

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