Blüten erspähen für den Wetterdienst

Der Phänologe Heinrich Müller betrachtet in seinem Garten die Blüten eines Flieders.

Wann blühen die Apfelbäume? Wann werden die ersten Kirschen reif? Und wann fallen die letzten Blätter von den Bäumen im Herbst? Das beschäftigt Heinrich Müller seit 40 Jahren.

Er ist in dem Dorf Zahrenholz in Niedersachsen für den Deutschen Wetterdienst unterwegs. Und zwar als Phänologe. So heißen Experten, die genau beobachten, wie sich die Pflanzenwelt mit den Jahreszeiten verändert.

Für die meisten Pflanzen muss Heinrich Müller nicht weit gehen: "In meinem Garten stehen mehr als 50 Obstbäume", erzählt er. Bis zum nächsten Rapsfeld radelt er aber auch schon mal ein paar Kilometer.   

Seine Beobachtungen schreibt Heinrich Müller in ein Pflanzentagebuch. "Die Blütezeit zieht sich hin in diesem Jahr", stellt er fest. Denn das Wetter sei in diesem Jahr ziemlich kühl. Im ganzen Land gibt es mehr als 1300 Phänologen, die in ihrer Freizeit solche Dinge unter die Lupe nehmen.

Ihre Infos sind wichtig für den Deutschen Wetterdienst. Er braucht sie zum Beispiel, um mehr darüber zu erfahren, wie sich das Klima verändert. Oder um Bauern zu beraten. Und um Leute mit Heuschnupfen zu informieren, welche Pollen unterwegs sind. Sogar Reiseunternehmen nutzen die Daten, wenn sie zum Beispiel Ausflüge planen und wissen wollen, wo die Apfelbäume gerade besonders hübsch blühen.

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