Blonde Schweine und Schafe mit gezwirbelten Hörnern

Ein ungarisches Zackelschaf hat Hörner, die aussehen wie Korkenzieher.

Von wegen alle Schweinchen sind rosa! Im Tierpark Arche Warder tummeln sich Schweine mit schwarzen Punkten und welche mit blonden und roten Ringellöckchen. Der Park ist ein Zuhause für seltene Tierrassen.

Lautes Gegrunze tönt durch den Stall. Schweine mit dem lockigen Fell wohnen neben Schafen mit wundersamen Hörnern: Die sehen aus wie Korkenzieher und sind so lang wie mancher Kinderarm. Zackelschafe heißen die Tiere. Mehr als 70 verschiedene Tierrassen wohnen in der Arche Warder, einem Park in Norddeutschland. Die meisten von ihnen haben etwas gemeinsam: Sie sind vom Aussterben bedroht.

Alle Tiere im Park sind Nutztiere. Das heißt, einige Rassen wurden früher auf dem Feld vor einen Pflug gespannt. Oder ihr Fleisch und die Eier wurden gern gegessen. Oder sie gaben Milch, und aus der Wolle konnte man Kleidung machen. In Europa lebten früher zig verschiedene Nutztierrassen: Schafe, Schweine, Pferde, Ziegen, Esel, Hühner, Rinder...

Mit der Zeit ging es dann aber immer mehr darum, Tiere zu züchten, die zum Beispiel besonders viel Milch, Eier oder Fleisch einbrachten. Da konnten viele der alten Rassen nicht mithalten und sie gerieten in Vergessenheit. Vor etwa 35 Jahren starb zum Beispiel das letzte Deutsche Weideschwein.

Einige Menschen in Deutschland sagten sich: Das darf nicht mehr passieren! Sie gründeten einen Verein zum Schutz der seltenen Rassen. Zu dem gehört auch die Arche Warder.

Doch warum sollte man die Tiere überhaupt schützen? Da gibt es einige Gründe, sagt die Tierpark-Expertin Stefanie Klingel. Sie kommen zum Beispiel draußen gut bei rauem Wetter und mit einfacher Nahrung zurecht. Sie sind also oft robuster als Tiere, die in Massen gehalten werden. "Und wer weiß? Vielleicht braucht man diese Eigenschaften später einmal wieder!", sagt die Fachfrau.

Außerdem können wir von den Tieren etwas über unsere Vergangenheit lernen, zum Beispiel wie Menschen früher gelebt haben. So wie wir auch etwas von alten Gebäuden lernen können. "Es würde ja auch keiner auf die Idee kommen, eine Kathedrale abzureißen!", meint die Expertin.

Manche Tierrassen können auch in Naturschutzgebieten eingesetzt werden, um diese zu erhalten. Zum Beispiel Heidschnucken oder Moorschnucken. Diese Schafe leben gern in der Heide und im Moor, wie der Name schon sagt. Dort sind sie so etwas wie zottelige Rasenmäher: Sie sorgen dafür, dass die Landschaften nicht zuwuchern. So können sich dort bestimmte Pflanzenarten und Wildtiere weiter wohlfühlen.

Bauer hat's gerettet: Schwein mit schwarzen Punkten

Es ist gar nicht selbstverständlich, dass es das Bunte Bentheimer Schwein heute noch gibt. "Das ist einem einzigen Züchter zu verdanken, dass es nicht ausgestorben ist", erzählt eine Expertin.

Das Fleisch der schlappohrigen Tiere mit schwarzen Punkten wurde viele Jahre lang gern gegessen. Dann änderte sich aber langsam der Geschmack vieler Menschen: Sie mochten lieber mageres Schweinefleisch, also Fleisch mit nicht so viel Fett. Unter anderem deshalb züchteten Bauern eher andere Rassen.

Doch ein Bauer aus Niedersachsen züchtete die Bunten Bentheimer Schweine einfach weiterhin. Sonst hätte die Rasse vielleicht nicht überlebt. Und heute freuen sich viele, dass es wieder mehr der hübsch gefleckten Tiere gibt.

Woher kommt der Name Arche Warder?

Kennst du die Geschichte von der Arche Noah aus der Bibel? Darin geht es um den Mann Noah, der vor langer Zeit eine Arche baute, ein großes Schiff. Darin soll er seine Familie und viele Paare von verschiedenen Tierarten vor einer großen Flut gerettet haben.

Da die Menschen im Tierpark Arche Warder auch Tiere vor dem Aussterben retten wollen, haben sie das Wort Arche für den Park gewählt. Und Warder heißt der Ort, in dem der Tierpark ist. Er liegt in Schleswig-Holstein.

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