Bilder im Kopf helfen beim Merken

Konstantin kann sich alles Mögliche merken. Dafür trainiert er auch jeden Tag.

Ob Zahlen-Reihen, Wörter-Schlangen oder Bilder - für Konstantin Skudler kein Problem! Der Elfjährige kann sich richtig gut Dinge merken. Und er hat schon mehrmals wichtige Wettbewerbe damit gewonnen.

Hier erzählt Konstantin, warum er so gut ist und was er sonst noch gerne mag.

Wieso kannst du dir so viele Dinge merken?

Konstantin: „Ich trainiere das regelmäßig. Es ist nämlich so: Für ein gutes Gedächtnis braucht man kein Talent. Das kann man üben. Und je mehr Spaß man daran hat und je mehr man lernt, desto besser wird man.“

Wie oft übst du das denn?

Konstantin: „Ich mache das meist nach der Schule und dann etwa 10 oder 15 Minuten pro Tag.“

Und wie funktioniert das Ganze?

Konstantin: „Es ist ganz egal, was ich mir merken will. Also, ob es um Zahlen, Wörter oder Karten geht. Ich mache alles zu einem Bild. Die Zahl 56 zum Beispiel ist bei mir ein Loch. Die 65 ist ein Schal oder die 10 eine Dose. Um mir eine lange Reihe von Zahlen zu merken, lege ich mir diese Bilder im Kopf auf einen festen Weg ab. Die Route ist dabei immer gleich. Die Punkte, an denen ich etwas ablege, heißen Routenpunkte. In unserem Haus und im Garten habe ich 100 Punkte ausgesucht, an denen ich etwas ablegen kann.“

Kannst du uns ein Beispiel nennen?

Konstantin: „In meinem Zimmer ist der erste Punkt zum Beispiel ein Hocker. Wenn ich mir die Zahl 56 als erstes merken muss, dann stelle ich mir vor: Im Hocker in meinem Zimmer ist ein riesiges Loch, weil das Bild für die 56 bei mir ja ein Loch ist. Wenn ich mich auf diesen Stuhl setzen will, dann falle ich durch. Mit so einem verrückten Bild kann ich mir das merken. Und so habe ich für jede Zahl ein Bild, dass ich an einen Punkt knüpfe - und später abfragen kann.“

Warum machst du überhaupt Gedächtnistraining?

Konstantin: „Ich verstehe viele Dinge in der Schule ziemlich gut. Und zu Hause brauche ich nicht so viel Zeit zum Lernen. Meine Eltern haben deswegen etwas gesucht, womit ich mich beschäftigen kann. Damit ich mich im Unterricht nicht langweile, wollten sie mir aber keine Aufgaben geben, die später auch in der Schule drankommen. Und so kamen wir zum Gedächtnissport.“

Bist du denn in allen Fächer richtig gut?

Konstantin: „Nein. Ich bin nur in den Fächern gut, die mich interessieren. Das sind vor allem Mathe, Physik und Musik. In Geschichte bin ich nicht so gut. Im ersten Test in diesem Schuljahr hatte ich deswegen eine Vier. Und auch der zweite Test lief nicht so rund.“

Hast du denn noch andere Hobbys?

Konstantin: „Ich mag Musik. Deswegen spiele ich Klavier und ich habe Gesangsunterricht. Außerdem mag ich Sachen, bei denen ich Erfolge sehen kann. Wo ich sehen kann, dass ich mich verbessere. Karate zum Beispiel. Da bekommt man, je besser man wird, einen andersfarbigen Gürtel.“

Im Dezember sind in China die Gedächtnis-Weltmeisterschaften. Vor zwei Jahren hast du in deiner Altersklasse den Titel gewonnen. Machst du dieses Mal wieder mit?

Konstantin: „Ich würde sehr gerne. Aber für die Reise fehlen mir 3000 Euro. Meine Eltern haben gesagt, dass man damit einen dreiwöchigen Familienurlaub machen kann, von dem alle was haben und nicht nur ich. Deswegen geben sie mir das Geld nicht. Wir suchen deswegen jetzt Sponsoren. Es wäre schön, wenn ich dort für Deutschland antreten könnte.“

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