Berlinale: Bei Kinderfilmen wird auch vorgelesen

Wenn im Film alles nur fremdes Zeug ist, hilft diese Frau: Marianne Mielke.

Bei einem Filmfestival laufen oft Filme aus anderen Ländern. Darin sprechen die Menschen meist in ihrer Muttersprache.

In einem Film aus Frankreich sprechen sie also häufig Französisch. Das versteht aber nicht jeder bei uns. Deswegen wird bei Filmen für Kinder oft die Übersetzung vorgelesen, während der Film vorne auf der Leinwand zu sehen ist. Zum Beispiel von Marianne Mielke. Sie ist bei der Berlinale eine Einsprecherin. Was sie dabei genau macht, erzählt sie hier.

Erklären Sie mal, was Sie als Einsprecherin machen.

Marianne Mielke : "Wir Einsprecher lesen die Übersetzung eines Films vor. Dafür haben wir vorher eine Dialog-Liste des Films bekommen. Da stehen alle Wörter drin, die die Menschen im Film sprechen. Bevor der Film losgeht, setzen wir uns im Kino an einen speziellen Platz. Der ist ganz hinten im Saal und hat eine kleine Lampe, damit wir unseren Text lesen können.

Und weiter?

Marianne Mielke: "Wenn dann das Licht ausgeht und der Film startet, geht auch unsere Arbeit los. Ich warte ab, bis jemand im Film anfängt zu sprechen und lese dann die Übersetzung dazu vor. Dabei spreche ich in ein Mikrofon, so dass alle Zuschauer im Kino meine Stimme hören. So können sie verstehen, was die Menschen auf der Leinwand sagen."

Sprechen Sie alle Personen im Film?

Marianne Mielke: "Ja, ich spreche alle Charaktere aus einem Film. Wenn dort also Oma, Opa, ein Kind und der Freund vom Kind sprechen - dann spreche ich das auch."

Was ist das Schwierige an Ihrem Job?

Marianne Mielke: "Das Schwierigste ist, dass ich mich den ganzen Film über sehr konzentrieren muss. Meist ist so ein Film ja etwa eineinhalb Stunden lang. Man muss sich total anstrengen, damit man dabei keine Fehler macht. Immerhin lesen wir die ganze Zeit die Dialoge. Dabei könnte es zum Beispiel passieren, dass man mal in die falsche Zeile verrutscht und etwas Falsches vorliest. Konzentration ist also das Wichtigste."

Was freut Sie besonders?

Marianne Mielke: "Am allerbesten finde ich natürlich, wenn die Kinder nachher klatschen. Darüber freue ich mich sehr."

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