Ein Bademeister hat immer alles im Blick

Wenn es brenzlig wird, ist Axel Ott zur Stelle: Von seinem Rettungsturm aus hat er alles im Blick.

Der Job des Bademeisters ist es, Schwimmer in Not zu retten. Aber zum Glück ist das nur selten nötig. Dafür gibt es noch viele andere Dinge zu tun.

Wann immer es Probleme gibt, muss Axel Ott ganz genau hinschauen.

Den ganzen Tag, immer aufs Wasser. Mit einem Fernglas beobachtet er die Badegäste. Braucht jemand Hilfe? Wenn ja, rennt er sofort los, steigt in ein Rettungsboot oder springt direkt ins Wasser und schwimmt hin. Axel Ottist Bademeister im Strandbad Wannsee in Berlin.

Vom Rettungsturm des Bades aus lässt er die Gäste am Strand und im Wasser nicht aus den Augen. Ein Fernglas hilft ihm dabei. Und dann wären da noch ein Rettungsring und ein Mikrofon oder Megafon - eine Art riesiges Sprachrohr für Durchsagen. Damit bekommen Leute was auf die Ohren, die Blödsinn machen. Denn dann gibt's schnell mal eine laute Ansage vom Bademeister.

Axel Ott und seine Kollegen finden es gar nicht witzig, wenn Besucher nur aus Spaß "Hilfe!" rufen. "Wir müssen solche Rufe immer ernst nehmen", erklärt er. Manche Leute schwimmen auch zu weit raus - hinter die Bojen, wo man nicht hin darf, weil dort Schiffe fahren. Wenn eine Durchsage nichts nützt, müssen die Bademeister mit dem Boot hinterher. Das kostet Zeit. Und in der Zeit könnte jemand ertrinken.

Überhaupt ist immer wieder Zoff angesagt am Strand und auch dann muss der Bademeister da sein. "Wenn Besucher ihren Strandkorb so stellen, dass andere Gäste nicht mehr richtig aufs Wasser schauen können, dann gibt es zum Beispiel schon mal Ärger und wir werden gerufen", sagt Axel Ott. Streit schlichten, ist dann angesagt.

Kekstüte, Cola-Dose, Kaugummi-Papier wild am Strand verteilt - manche Leute benehmen sich wie die Schweine. Ausbaden muss das dann der Bademeister. "Am schlimmsten sind die Zigarettenkippen, das sind Tausende", sagt Axel Ott. "Die müssen wir alle einzeln aufsammeln." Denn wer will am nächsten Tag schon auf einem ekligen Zigaretten-Stummel liegen...

Ein Bademeister erzählt: Ich liebe meinen Job

Ein großer See, ein toller Strand, Rutsche, Strandkörbe und Umkleiden: Manche Leute können sich wochenlang im Strandbad aufhalten - wenn das Wetter stimmt. Axel Ott macht genau das.

Denn der 59-Jährige ist seit vielen Jahren Bademeister und Chef im Strandbad Wannsee in Berlin. dpa-Nachrichten für Kinder hat er verraten, ob er immer eine Badehose trägt.

Wieso sind Sie Bademeister geworden?

Axel Ott: "Ich bin als Kind im Sommer oft mit meinen Eltern im Strandbad Wannsee gewesen. Es hat mir sehr gefallen. Wenn ich die Bademeister gesehen habe, habe ich davon geträumt, dass ich irgendwann mal an ihrer Stelle da stehe. Und so ist es wirklich gekommen. Jetzt arbeite ich schon fast 40 Jahre hier."

Arbeiten Sie immer in Badehose?

Axel Ott: "Nein, wir müssen uns vor der Sonne schützen, die Badehose allein wäre da zu wenig. Unsere Dienstkleidung besteht aus kurzer Hose, T-Shirt und Kappe. Trotzdem cremen wir uns mit Sonnencreme ein. Und für kühlere Tage haben wir noch einen Trainingsanzug."

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Axel Ott: "Jeder Tag ist anders. Man muss schnell reagieren. Außerdem haben wir mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun. Das alles macht mir Spaß. Und ich kann mir keinen schöneren Arbeitsplatz als das Strandbad Wannsee vorstellen. Hier kann man ganz weit schauen und draußen auf dem Wasser ist es so ruhig - das ist toll!"

Was machen Sie im Winter, wenn das Bad geschlossen ist? Axel Ott: "Dann haben wir trotzdem viel zu tun. Wir reparieren Strandkörbe, kontrollieren alles und streichen Räume neu. Außerdem schauen wir, was für Materialien wir brauchen und bestellen sie. Und wir bereiten schon einige Veranstaltungen des nächsten Jahres vor."

Wie wird man eigentlich Bademeister?

Jetzt wird's sperrig: Fach-Angestellter für Bäderbetriebe. So heißt der Beruf der Schwimmmeister oder Bademeister ganz genau. Man kann ihn in einer Ausbildung erlernen. Die dauert drei Jahre. Viele Firmen nehmen Leute mit Realschulabschluss für die Ausbildung.

Bademeister arbeiten unter anderem in Freibädern, Hallenbädern oder Strandbädern, aber auch in Hotels. Sie sind etwa dafür verantwortlich, dass alles ordentlich und sauber ist. Sie kontrollieren, ob das Wasser in Ordnung ist und ob die Technik-Anlagen alle funktionieren.

Bademeister geben oft auch Schwimmunterricht. Ihre wichtigste Aufgabe ist es jedoch, die Badegäste zu beobachten und bei Unfällen zu helfen. Deshalb müssen sie supergut schwimmen können. Und ganz schlecht etwa in Technik darf man auch nicht sein. Schließlich müssen oft auch die Anlagen im Bad überprüft werden.

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