Ein Auto für die Zukunft? "Leonie" braucht keinen Fahrer

Gestatten: Leonie mit Hütchen

Ein Auto ohne Fahrer? Das gibt es doch nicht! Doch, in Niedersachsen fährt ein solches Auto durch eine Stadt. "Leonie" wurde von Forschern gebaut. Möglicherweise könnten Autos in der Zukunft ähnlich funktionieren.

Auf den ersten Blick scheint das Auto "Leonie" nicht viel anders als andere Wagen zu sein: Es weicht einem Fußgänger aus, stoppt an einer roten Ampel und fährt bei Grün wieder los. Doch Leonie ist anders: Kein Fahrer lenkt das Steuer.

Huch, was ist denn da los? Das ist keine Zauberei, sondern moderne Technik. Leonie ist ein automatisch gesteuertes Forschungs-Auto. Es wurde von Wissenschaftlern der Technischen Universität in Braunschweig in Niedersachsen gebaut. Zu kaufen gibt es den Wagen nicht - es gibt nur dieses eine Modell.

Leonie wurde entwickelt, damit Forscher damit neue Dinge testen können. Zum Beispiel, was braucht ein Auto, damit es ohne Fahrer fahren kann? Wie erkennt es selbst, wenn eine Ampel auf Rot steht? Dafür tüftelten die Wissenschaftler viele Jahre.

Mit Erfolg: "Leonie kann gut allein fahren", berichtet Professor Markus Maurer. Er hat das Auto mit Kollegen entwickelt. Ganz alleine lassen die Forscher Leonie aber noch nicht durch die Straßen kurven. Zur Sicherheit sitzt auch immer ein Fahrer mit im Wagen. Er greift jedoch nur im Notfall ein. Zuerst müssen die Forscher unter anderem genau prüfen, ob Leonie wirklich so funktioniert wie geplant.

Doch möglicherweise gibt es schon bald mehrere Autos wie Leonie. Schon jetzt gibt es auch in einigen wenigen anderen Ländern ein selbstfahrendes Forschungs-Auto. So ein schlaues Auto könnte zum Beispiel im Stau sehr praktisch sein: Wenn alle Fahrzeuge immer wieder nur ganz langsam ein paar Meter fahren können - das müsste Leonie auch gut ohne Fahrer schaffen. Der Fahrer könnte dann stattdessen Zeitung lesen und sich etwas entspannen. Clever, oder?

Wie ein Auto alleine fahren kann

Alleine einfach nur geradeaus fahren - das können bereits mehrere Fahrzeuge. "In Lagerhallen und auf Höfen von Betrieben gibt es schon jetzt oft automatisch fahrende Gabelstapler oder andere Fahrzeuge", berichtet Fachmann Markus Maurer. Auch auf Autobahnen sind Autos bereits automatisch gefahren.

Allerdings nur testweise. Für den normalen Verkehr hat in Deutschland bislang nur das Versuchsauto Leonie aus Braunschweig eine Genehmigung. Nur geradeaus fahren reicht aber nicht. Damit ein Auto im Straßenverkehr ohne Beulen an sein Ziel kommt, muss es noch viel mehr können, so wie Leonie. Dass das ein besonders Auto ist, kann man zum Beispiel an den Geräten auf dem Dach erkennen.

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Mit Hilfe von speziellen Messgeräten, Kameras und anderen Geräten erfasst das Auto seine Umwelt", berichtet Professor Markus Maurer. Eine Kamera filmt zum Beispiel das, was um das Auto herum passiert. Immerhin muss Leonie enge Straßen, Kurven, die vielen anderen Autos, Fahrräder, Fußgänger, Ampeln, plötzlich über die Straße laufende Hunde und vieles mehr erkennen.

Sehen allein genügt aber noch nicht: Ein Extra-Computerprogramm hilft dem Auto, die vielen Dinge zu bewerten - und in Windeseile die richtige Reaktion zu zeigen. "Wenn ein Ball auf die Straße rollt, dann weiß Leonie zum Beispiel, das möglicherweise ein Kind hinterher läuft. Dann kann der Wagen automatisch bremsen oder ausweichen", erklärt Fachmann Maurer.

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