Aufseher verbieten riskante Wetten

Das Beispiel mit dem Teddy zeigt, wie ungedeckte Leerverkäufe funktionieren.

Mit Wetten kann man viel Geld machen. Manche Erwachsene wetten zum Beispiel bei Pferderennen oder bei Glücksspielen. Oder sie wetten an der Börse. Das ist so eine Art Marktplatz.

Dort kauft und verkauft allerdings niemand Obst oder Fleisch, sondern zum Beispiel Aktien - also Anteile an Unternehmen. Doch wer zockt, kann auch schnell viel Geld verlieren. Und manche Wetten an der Börse sind so riskant, dass sie sogar anderen Leuten schaden. Deshalb haben die Aufseher bei der BaFin bestimmte Wetten nun verboten. BaFin steht für Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Sie überwacht bei uns unter anderem den Finanzmarkt.

Seit Mittwoch sind zum Beispiel manche ungedeckten Leerverkäufe nicht mehr erlaubt. Einfach erklärt funktionieren die so: Ihr verkauft auf dem Schulhof an einen Freund einen Teddybär, den ihr noch gar nicht habt. Ihr sagt zu dem Freund zum Beispiel: "Gib mir jetzt schon mal zehn Euro, den Bären bekommst du dann in vier Wochen." Und ihr hofft, dass ihr vorher irgendwo einen Teddybär für weniger Geld kaufen könnt, zum Beispiel für acht Euro. Dann hättet ihr zwei Euro Gewinn gemacht.

Das Problem daran ist nur: Stellt euch vor, das macht jeder. Dann hätte jeder an eurer Schule, der einen Teddybär möchte, bald einen versprochen bekommen. Und die Firma, die Teddybären verkauft, könnte für ihre Stofftiere nicht mehr so viel Geld verlangen. Denn es hat ja schon jeder einen Bären. Oder er denkt zumindest, dass er bald einen bekommt, auch wenn er noch keinen hat.

Solche Wetten schaden also der Stofftierfirma und den Leuten, die dort arbeiten. Denn sie bringen die Preise für Teddybären ziemlich durcheinander. Ähnlich ist das auch an der Börse. Dort können solche ungedeckten Leerverkäufe für großen Wirbel sorgen. Deshalb sind sie nun bei uns verboten, wenn es zum Beispiel um bestimmte Länder und Firmen geht. Denn die sollen nicht ins Wanken gebracht werden.

Hintergrund: BaFin - Aufseher für viele Geldgeschäfte

Ihr geht im Urlaub auf einem Markt einkaufen. Überall stehen bunte Buden und Tische. Es wird gefeilscht und Geldscheine wechseln den Besitzer.

Ihr wollt einen Silberring kaufen und eine bestickte Decke als Mitbringsel. Doch woher wisst ihr, dass ihr nicht übers Ohr gehauen werdet und dass der Ring auch echt ist?

Ähnliche Sorgen haben auch die Erwachsenen in der Finanzwelt. Sie kaufen zwar keine Mitbringseln, aber dafür zum Beispiel Aktien. Das sind meist Scheine, die für einen Anteil an einem Unternehmen stehen. Wer also eine Aktie besitzt, dem gehört ein winziger Teil einer Firma. Und wer mit diesen Teilen handelt, kann viel Geld verdienen - oder verlieren.

Dass bei diesem Handel keine krummen Geschäfte gedreht werden, darauf soll unter anderem eine deutsche Behörde achten. Sie heißt: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Weil der Name total umständlich ist, wird er meistens "BaFin" abgekürzt.

Die BaFin hat mehrere Aufgaben. Sie überwacht den Finanzmarkt - aber zum Beispiel auch etwa 2000 Banken, 620 Versicherer und eine Menge anderer Unternehmen und Gruppen, die mit viel Geld hantieren. Die Aufseher bei der BaFin prüfen etwa, ob sich diese Firmen an die Gesetze und Regeln halten. Und ob sie mit dem Geld auch sorgsam umgehen, das ihnen anvertraut wurde.

Das soll unter anderem den Leuten helfen, die ein Bankkonto eröffnen wollen und Geld anlegen möchten. Sie sollen wissen, wo ihr Erspartes gut aufgehoben ist. Wenn man mit einer Bank Probleme hat, kann man auch bei der BaFin anrufen und sich dort beschweren.

Für die BaFin arbeiten rund 1900 Menschen. Sie hat ihren Sitz in Bonn und in Frankfurt.

Kommentare