Appetit auf Fliegen und Ameisen: Fleischfressende Pflanzen

Die Venusfliegenfalle gehört zu den fleischfressenden Pflanzen.

Gefährliche Pflanzen? Klar gibt's die. Manche haben giftige Blätter, an anderen hängen ungenießbare Beeren und Früchte. Aber existieren auch Pflanzen mit weit aufgerissenen Mäulern? Und Pflanzen, die fiese Fallen bauen?

Und ob es die gibt. Es sind fleischfressende Pflanzen. Sie stehen an vielen Orten in der Natur. Und zwar dort, wo es feucht ist und der Boden wenig Nährstoffe bereithält. In Mooren zum Beispiel und auf sandigen Böden, auf Felsen und Feuchtwiesen. Nährstoffe, die sie im Boden nicht finden, holen sich die gefräßigen Pflanzen aus ihrer tierischen Beute.

Vor allem Fliegen, Ameisen und andere Insekten lassen sich von den Farben und Düften der Pflanzen anlocken. Auf der Suche nach Futter oder Plätzen, um ihre Eier abzulegen, geraten sie dann in die Fallen der fleischfressenden Pflanzen.

Besonders beeindruckend sind die Trichter der Schlauchpflanzen und der Kannenpflanzen. Sie besitzen eine eingebaute Rutschbahn. Und viele haben Ränder, die so glatt sind, dass die Insekten darauf ins Schlingern geraten und in den Verdauungssaft am Trichterboden fallen.

Sehr große Kannen können sogar Mäuse, Ratten oder Schlangen töten. Weil Insektenpanzer und Knochen allerdings nicht von den Pflanzen verdaut werden, füllt sich der Trichter im Laufe der Zeit mit den Überresten der Tiere. Ist er randvoll, stirbt das Fangblatt ab.

Die Venusfliegenfalle dagegen erbeutet ihre Opfer mit einer super schnellen Klappfalle, die aussieht wie ein weit aufgerissenes Maul. Krabbelt zum Beispiel eine Fliege auf die Falle und berührt kurz nacheinander feine Fühlhaare, schnappt die Falle zu. Zack! Der Mechanismus gehört zu den schnellsten Bewegungen von Pflanzen überhaupt. Ist das Tier eingesperrt, bildet die Pflanze Verdauungssaft und lullt das Tier ein.

Etwa zwei Wochen dauert es, dann sind die wertvollen Nährstoffe aus dem Tierkörper gesogen. Die Klappen öffnen sich und der Wind weht die unverdaulichen Reste des Opfers weg.

Nur etwa dreimal kann eine Falle dieser Pflanzen ein Insekt verdauen. Dann stirbt das Fangblatt ab. Die Venusfliegenfalle hat daher oft viele Fangblätter gleichzeitig im Einsatz. Kleinere Insekten lässt die Pflanze übrigens entwischen. Der Aufwand wäre wohl zu groß.

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