Alles dreht sich um den Wind

„In Bouzincourt , nein, da gibt es keine Windräder!“ Diese Aussage stammt von Gaelle Bourgy, einer Bewohnerin des kleinen Ortes Bouzincourt im Norden Frankreichs.

"Na ja, in Baunatal gibt es auch keine Windparks, aber ich denke, das liegt an der vielen Industrie dort. Man möchte das kleine Stück Natur wahren, das noch bleibt“, erklärt Kristin Heyne, die ihrer Austauschpartnerin von ihrer Heimat erzählt. Die beiden Mädchen arbeiten zusammen mit ihrer Gruppe im Rahmen eines deutsch-französischen Projekts an dem Thema „Windkraft –éoliennes“ und stellen sich Fragen wie diese: Bouzincourt wäre doch ideal für einen Windpark. Warum errichtet man denn keinen?

„Ohne Baurecht können keine Windräder errichtet werden. Und das Baurecht wird erst erteilt, wenn alle nötigen Untersuchungen gemacht und die Bedingungen zum Bau erfüllt wurden. D.h. Einverständnis der Menschen, die in unmittelbarer Nähe wohnen, günstige Windverhältnisse und vieles mehr. Bei einem Vortrag zum Thema Windkraft haben die Schüler erfahren, dass der Bau eines Windrades ca 1 Mio. ¤ kostet, dass es Strom in der Größenordnung von 32 Megawatt pro Jahr produziert und mindestens 10 Jahre halten soll.

Die Kosten sind also sehr hoch, aber der Nutzen ebenfalls, denn Windräder produzieren umweltfreundliche Energie. „Ich glaube, Kassel hat nicht genug Geld für mehr Windräder, aber lohnen würde es sich auf jeden Fall, noch weitere zu errichten“, meint ein Lehrer der G.-C.-Lichtenberg-Schule, wo Kristin in eine 8. Klasse geht. „Mich würde es aber ganz schön stören, wenn neben meinem Haus ein Windpark errichtet würde. Das wäre mir viel zu laut!“, erzählt ein Schüler. Er sagt das, was fast alle Befragten zu bedenken geben, selbst wenn sie sich vorher positiv über Windkraft geäußert haben.

Die Bewohner von Bouzincourt reagieren vielleicht in ähnlicher Weise, wenn man sie zum Thema Windpark befragt, überlegen Gaelle und Kristin. Doch den Mädchen geht die Aussage des Lehrers nicht aus dem Kopf, der auf die Frage, was er von Windrädern halte, ohne nachzudenken antwortete, dass es davon wesentlich mehr geben sollte. Sie finden seine Denkweise berechtigt, denn „wir müssen Energie sparen und vor allem umweltfreundliche Energie produzieren, um unsere Welt zu schützen.“

Kristin Heyne, Gaelle Bourgy, Jonas Kunz, Yohan Cotrelle

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