Affen mit Schnupfen: Tabletten in Pflaumenmus

Im Zoo in Münster inhaliert das Orang-Utan Junge "Ito" brav. Denn es ist erkätet.

Die Nase läuft, der Schnodder tropft - und der kleine Orang-Utan Ito wischt ihn einfach mit seiner Hand weg. Ein Taschentuch? Pfff, unnötig, denkt Ito wohl.

Er und einige andere Affen wie zum Beispiel Gorillas und Schimpansen im Allwetterzoo in Münster sind gerade ziemlich erkältet.

Münster liegt in Nordrhein-Westfalen. „Die Affen stecken sich vor allem bei Menschen an, die den Zoo besuchen“, erzählt Ilona Zühlke. Sie arbeitet in dem Zoo und sagt: Bei den Affen behandeln wir den Schnupfen ähnlich wie bei Menschen. Sie müssen zum Beispiel inhalieren.

Beim Inhalieren atmet man den Dampf von Salzwasser oder bestimmten Ölen ein. Das soll helfen, den Schleim zu lösen - damit die Nase frei wird und man wieder besser atmen kann. „Das Gerät macht etwas Lärm, und es war für die Affen anfangs etwas ganz Neues. Das Inhalieren mussten die Tierpfleger deshalb erst mit ihnen üben und einen Trick anwenden“, erzählt Ilona Zühlke. Denn wenn die Affen artig inhalieren, bekommen sie hinterher eine Belohnung. „Ito mag zum Beispiel gerne Schwarzbrot“, sagt Ilona Zühlke. „Inzwischen klappt das ganz gut.“

Tabletten schlucken wollen viele Affen nicht. Deshalb haben sich die Tierpfleger auch dafür etwas ausgedacht. „Die Tabletten werden zerquetscht und mit einer Leckerei vermischt. Einige Affen mögen zum Beispiel gerne Pflaumenmus, andere lieben Bananen“, sagt Ilona Zühlke. Das Gemisch futtern die Affen begeistert auf. „Sie merken gar nicht, dass sie Tabletten bekommen, die sie freiwillig nie essen würden“, sagt die Zoo-Sprecherin.

Ganz einfach ist es aber mit einem Saft, der die Abwehrkräfte stärken soll. „Wenn die Pfleger mit dem Löffel da sind, kommen die Tiere gleich ans Gitter gelaufen. Den Saft mögen sie richtig gerne, den Löffel lecken sie sauber ab“, sagt Ilona Zühlke.

Kommentare