Achtung, die Gletscher kommen: Eiszeit in Europa

Früher waren weite Teile von Europa mit Eis bedeckt.

Was fällt euch zu dem Wort "Eiszeit" ein? Vielleicht gewaltige Gletscher oder wollige Mammuts, die im Schneetreiben nach Grasbüscheln suchen.

Früher waren weite Teile von Europa mit Eis bedeckt. Am weitesten hatte sich die Eisdecke vor rund 150.000 Jahren nach Süden ausgebreitet. Und zwar in Deutschland etwa bis dahin, wo heute die Städte Düsseldorf und Leipzig liegen.

In der Eiszeit herrschte aber nicht überall das ganze Jahr ein strenger Winter. In südlicheren Gegenden gab es einen kurzen Sommer. Dann ging alles rasend schnell. Pflanzen blühten rasch. Sie mussten sich beeilen, damit ihre Samen ausgereift waren, bevor der nächste lange Winter kam. Das galt auch für die Tiere. Ihr Nachwuchs musste schnell lernen, auf eigenen Beinen zu laufen. Zudem mussten die Jungtiere viel fressen, damit sie genug Fettreserven hatten, um den ersten Winter zu überstehen.

In einem Eiszeitalter wechseln sich kalte und wärmere Phasen alle paar tausend Jahre ab. An die neuen Temperaturen mussten sich Pflanzen, Tiere und Menschen stets neu anpassen. Viele haben das nicht geschafft. Deswegen entdecken Forscher oft Reste von Pflanzen und Tieren, die heute ausgestorben sind - auch wenn sie früher einmal fast in ganz Europa gelebt haben.

Die letzte Eiszeit ging vor rund 10 000 Jahren zu Ende. Danach wurde es deutlich wärmer. Die Gletscher schmolzen weg. Aber sie hinterließen viele Spuren. Zurück blieben zum Beispiel Schutt und riesige Felsbrocken, die das Eis mit sich getragen hatte. Das Schmelzwasser grub außerdem viele Rinnen in den Boden. So entstanden Landschaften wie die Mecklenburgische Seenplatte im Nordosten Deutschlands.

Wie die Eiszeiten entstanden, wissen Forscher nicht ganz genau. Wahrscheinlich gab es mehrere Gründe, die alle zusammenhängen. Dabei spielte unter anderem die Neigung der Erde eine Rolle: Die Sonne strahlte nicht mehr so stark auf die nördliche Halbkugel. Dazu kam wohl auch die Bewegung der Erdplatten. Gebirge wie der Himalaya in Asien türmten sich auf. Dadurch änderten sich Strömungen der Meere. Das warme Wasser des Golfstroms konnte Europa nicht mehr aufwärmen. Das führte vermutlich dazu, dass sich die Erde abkühlte. In einigen Eiszeiten war die Eisschicht an manchen Stellen über einen Kilometer dick.

Hintergrund: Forscher bohren tief ins Eis

Woher wissen Forscher, wann es auf der Erde besonders kalt war? Sie bohren in den Polargebieten tief ins Eis, um das herauszufinden.

Zum Beispiel auf Grönland steht eine Station, in der Wissenschaftler das Klima der Erde erforschen.

Sie tun das mit Hilfe eines Bohrturms. Darin schneidet ein Bohrer senkrecht nach unten lange Stangen aus dem Eis. Die einzelnen Stangen sind bis etwa drei Meter lang und heißen Bohrkerne. Mehr als drei Kilometer tief kann der Bohrer ins Eis vordringen.

Die Forscher untersuchen die Bohrkerne ganz genau. Das ist wie ein Blick in die Vergangenheit, denn je tiefer das Eis liegt, desto älter ist es. Die Experten interessieren sich unter anderem für winzige Teilchen in dem Wasser, das vor langer Zeit zu Eis gefror. Die Teilchen verraten ihnen etwas darüber, wie warm oder kalt es damals war

Hintergrund: Wann kommt die nächste Eiszeit?

Heute befinden wir uns in einer Warmzeit. Jedoch wird sich das Klima wahrscheinlich irgendwann wieder abkühlen.

Die nächste Eiszeit steht also an, vermuten Forscher. Das passiert aber wahrscheinlich erst in ungefähr Zehntausend Jahren. Im Moment heizt sich die Erde weiter auf. Das liegt auch an den schädlichen Gasen, die zum Beispiel Fabriken und Autos in die Luft pusten. Der Mensch sorgt also mit dafür, dass es immer wärmer wird. Das bringt das Klima durcheinander. Es kommt dadurch unter anderem zu mehr Dürren und Überschwemmungen auf der Welt.

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