Absolute Mehrheit: Warum ist das besonders?

Hier wird grad abgestimmt. Gewinnt die Mehrheit, oder nicht?

Ihr habt einen neuen Klassensprecher gewählt. Von 20 Schülern haben 8 für Daniel gestimmt. So viele Stimmen hat niemand sonst bekommen. Damit hat Daniel gewonnen.

Aber trotzdem könnten einige von euch fragen: Hat er nun die Mehrheit oder nicht? Denn streng genommen haben weniger als die Hälfte aller Leute in eurer Klasse Daniel gewählt. Die Antwort ist: jein.

Es gibt verschiedene Arten von Mehrheiten. Daniel hat die relative Mehrheit. Das bedeutet, dass niemand sonst mehr Stimmen gesammelt hat als er. Es gibt also keinen Schüler, der mehr als 8 Stimmen bekommen hat. Daniel hat allerdings nicht die absolute Mehrheit. Dafür hätten mehr als die Hälfte von euch für ihn stimmen müssen - also mindestens 11 Leute.

Relative und absolute Mehrheit, das spielt auch in der Politik eine große Rolle. Wenn eine Partei in einem Parlament nur die relative Mehrheit hat, kann sie schlecht regieren. Denn dann hätten die anderen Parteien zusammen mehr Stimmen als sie. Und die könnten die Regierungsleute locker überstimmen, wenn eine Entscheidung ansteht. Deswegen suchen sich Parteien, die bei einer Wahl nur eine relative Mehrheit errungen haben, danach meist eine andere Partei als Partner - oder gleich mehrere.

Mit so was muss sich die SPD in Hamburg nicht herumschlagen. Denn sie hat bei der Wahl für ein neues Parlament am Sonntag die absolute Mehrheit bekommen. Das heißt: Von den 121 Sitzen im Parlament sind künftig 62 Sitze für SPD-Politiker reserviert. Das sind mehr als die Hälfte. Und damit kann die SPD sehr bequem allein regieren.

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