Ein Abendkleid statt Häuser: Modezeichnen für Kinder

Konstantin (links) in der Modeschule in Berlin.

Konstantin und Lara lieben Mode: Bunte Stoffe, tolle Kleider und Schuhe. Und die beiden wollen selbst welche entwerfen! Wie das geht, das lernen sie in eine Art Modeschule für Kinder in Berlin.

Sie besuchen dort den Kurs "Modezeichnen". Einmal pro Woche treffen sie sich mit anderen Modefans. Sie zeichnen und suchen in Büchern und Zeitschriften nach Ideen, schneiden Muster aus und kleben sie auf.

Der große Schreibtisch in der Modeschule ist vollgepackt mit Büchern über Mode, Katalogen und Zeitschriften. Es liegen Stifte, Scheren und Kleber herum. Die Teilnehmer stellen gerade ein Modemagazin zusammen. Auf jeder Seite entsteht ein Outfit (gesprochen: Autfitt) mit dem passenden Zubehör: Schuhe, Taschen, Tücher oder Haarschmuck. Das nennt man auch Accessoires (gesprochen: Assessoars).

Konstantin hat ein Abendkleid entworfen. "Das macht am meisten Spaß", sagt der Elfjährige. Er zeichnet gern: "Landschaften und Häuser finde ich aber langweilig. Mode zu zeichnen macht mehr Spaß", erklärt er. Lara sitzt neben ihm. Die 12-Jährige hat Ideen gesammelt für ein Outfit mit einem Rock und einem schicken Oberteil. Auch sie findet das Zeichnen super. "Und dass man hier so viel ausprobieren kann."

Hintergrund: Was ist eine Figurine?

Pullover, Hosen oder Kleider auf eine Zeichenfigur malen: Das macht man beim Modezeichnen. Die Figur sieht aus wie ein Mann, eine Frau oder ein Kind. Fachleute nennen diesen Zeichen- Menschen auch Figurine. Der Zeichen-Mensch besteht aus Kopf, Hals, Rumpf, Beinen und Armen. Damit es beim Modezeichnen schneller geht, muss man die Figurine nicht allein zeichnen. Es gibt eine Vorlage, die paust man durch.

Dabei hilft auch ein Lichtkasten. Das ist ein Kasten mit einer weißen Scheibe, die von unten beleuchtet wird. Wenn man ein Bild der Figurine drauflegt und darüber ein weißes Blatt legt, sieht man die Linien der Figurine deutlich durch. Und zeichnet sie einfach nach. So machen das übrigens auch viele große Designer, auch wenn sie schon jahrelang Mode zeichnen.

Hintergrund: Was ist eine Modezeichnung?

So stellt sich ein Modemacher oder ein Designer ein Kleidungsstück vor - das sollen Modezeichnungen eigentlich nur zeigen. Man nennt die Zeichnungen auch Mode-Illustrationen. Das Wort Illustration kommt vom lateinischen Wort illustrare. Es heißt unter anderem erklären. Mit einer Mode-Illustration will ein Designer also erklären, wie ein Kleidungsstück aussehen soll ­ zum Beispiel dem Schneider, der es dann nähen soll.

Eine Modezeichnung ist aber meist mehr als nur eine Skizze von einem Kleidungsstück. Oft sieht so eine Zeichnung richtig toll aus. Viele Mode-Illustrationen sind kleine Kunstwerke: super gezeichnet, in tollen Farben. Man sieht zum Beispiel wie der Rock schwingt, weil jede Stofffalte eingezeichnet ist. Manche dieser Zeichnungen schaffen es sogar ins Museum. Ab und zu gibt es Ausstellungen, die besondere Mode-Zeichnungen zeigen. Vor allem Zeichnungen großer Designer sind oft sehr wertvoll.

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