Diabetes - eine Zivilisationskrankheit?

Allein eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten, begleitet von ausreichender körperlicher Betätigung können zum Erfolg führen. Moderne Risikotests können rechtzeitig Aufschluss geben, wenn ein erhöhtes individuelles Risiko vorliegt.

Dr. Christian Gerninghaus: Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Typische Symptome von Diabetes – insbesondere Typ-1-Diabetes – sind starker Durst, vermehrtes Wasserlassen, Heißhunger und Juckreiz. Die Betroffenen fühlen sich abgeschlagen und sind anfälliger für Infekte. Wer ein paar Dinge beachtet (vor allem hinsichtlich der Ernährung) und seinen Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrolliert, kann trotz Diabetes mellitus ein beschwerdefreies Leben führen und Folgeschäden vermeiden.

Zurzeit gibt es in Deutschland etwa 8 Millionen Diabetiker (Quelle: www.diabetesaltlas.org). Ein nur relativ kleiner Anteil davon, ca. 300000 sind sogenannte Typ 1 Diabetiker, die unter einem absoluten Insulinmangel leiden und meist von früher Jugend an das lebenswichtige Insulin brauchen. Die restlichen 7,7 Millionen Diabetiker sind die sogenannten Typ 2 Diabetiker. Bei diesen hat sich die Krankheit meist erst in einem späteren Lebensalter eingestellt. Faktoren, die zum Entstehen eines Typ 2 Diabetes beitragen sind: zu kalorienreiche Ernährung bei gleichzeitig mangelnder Bewegung. Daraus lässt sich leicht ersehen, daß der Typ 2 Diabetes eine typische Erkrankung unserer modernen Zeit ist. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gehen davon aus, dass sich die Zahl der Diabetiker bis zum Jahr 2030 weiter rasant erhöhen wird.

Gleichzeitig hat es sich aber die WHO zur Aufgabe gemacht, durch bessere Aufklärung und Früherkennung die gefürchteten Folgeerkrankungen des Diabetes drastisch zu verringern. Insbesondere der Früherkennung kommt hier eine große Bedeutung zu, da in vielen Fällen der Diabetes zu spät erkannt wird. Eine besondere Stoffwechsellage, das sogenannte „Metabolische Syndrom“ wird derzeit in der Wissenschaft als Vorstufe des Typ 2 Diabetes betrachtet. Dieses Metabolische Syndrom ist gekennzeichnet durch Bluthochdruck, Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte. Rechtzeitig erkannt, kann man mit einfachsten Mitteln, häufig sogar ohne Medikamente, den Krankheitsverlauf stoppen.

Allein eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten, begleitet von ausreichender körperlicher Betätigung können zum Erfolg führen. Moderne Risikotests können rechtzeitig Aufschluss geben, wenn ein erhöhtes individuelles Risiko vorliegt.

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