Demenz im Alltag bewältigen

Unter dem Motto „Miteinander leben – Demenz verändert“ steht eine Aktionswoche unter der Federführung der Senioren-Beratung Waldhessen vom 16. bis 21. September. Ziel ist es, Verständnis für die Situation von Betroffenen und deren Angehörigen zu wecken.

Die Menschen werden immer älter. Das ist schön und gut so. Doch mit steigender Lebenserwartung wächst auch das Risiko dement zu werden. Die Prognosen besagen, dass künftig jede zweite Frau und jeder dritter Mann im Laufe des Lebens an einer Demenz erkranken werden.

Große Herausforderungen

Am Thema Demenz kann keiner vorbei. Daraus ergeben sich große politische, wirtschaftliche und soziale Herausforderungen. Medizinische und pflegerische Versorgung allein reichen nicht aus, um Betroffenen ein würdevolles Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. „In unserem Landkreis haben wir bereits einiges auf den Weg gebracht, um diesen Herausforderungen zu begegnen“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz. So gäbe es Betreuungsangebote für Menschen mit Demenz und Möglichkeiten der Entlastung für Angehörige. „Nun aber müssen wir einen Schritt weiter gehen, denn Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sollen sich in unserer Mitte gut aufgehoben fühlen. Dies erreichen wir nur, wenn ein jeder von uns ein Stück dazu beiträgt“.

Es gelte, die Bevölkerung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Einrichtungen, Institutionen, Polizei und Rettungsdienste, Einzelhandel – die gesamte Öffentlichkeit - für das Krankheitsbild Demenz zu sensibilisieren. „Die Aktionswoche ist ein Schritt in diese Richtung“, ist Künholz überzeugt.

In der Aktionswoche wird unter der organisatorischen Federführung der Senioren-Beratung Waldhessen mit vielfältigen Beiträgen und Aktionen das Thema Demenz aufgegriffen. Bürgerinnen und Bürger jeden Alters sollen angeregt werden, sich dem Thema „Demenz“ zu öffnen und ein Verständnis für die Situation und die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu entwickeln.

Den Auftakt bildet am Freitag, den 16. September, eine Podiumsdiskussion ab 18 Uhr mit Betroffenen, Fachleuten und Ärzten in der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg, Hauptstelle Dudenstraße. Anschließend wird eine Ausstellung des Fördervereins Altenhilfe Muldental unter dem Titel „Würde - Leben mit Alzheimer“ eröffnet.

Infos in der Innenstadt

Am Samstag, 17. September, dem Aktionstag „VergissMeinNicht“, haben die Besucherinnen und Besucher in Bad Hersfelds Innenstadt an zahlreichen Ständen Gelegenheit, sich im Gespräch mit Betroffenen, Angehörigen, Medizinern, Pflege-Fachkräften und ehrenamtlich Engagierten über die Krankheit Demenz und den Umgang mit Menschen mit Demenz zu informieren.

Über die Methode „Integrative Validation“ im Umgang mit Dementen referiert dann auch die Dipl. Psychologin Nicole Richard aus Kassel. Ihr Vortrag findet am 17. September von 14 bis 15.30 Uhr im Altenzentrum Hospital, Wigbertsaal, Hospitalgasse 1-3, Bad Hersfeld, statt. Der Eintritt kostet fünf Euro.

Highlight an diesem Tag wird gewiss der „Age Explorer“ werden. Ein Anzug der jedem, der ihn anlegt, die Beschwerlichkeiten und Einschränkungen des Alters eindrucksvoll vermittelt.

Vielzahl von Veranstaltungen

Kirchgemeinden, Vereine, Pflegeheime und Pflegedienste sind in dieser Woche Gastgeber für eine Vielzahl unterschiedlichster Veranstaltungen rund um das Thema Demenz. Da finden themenbezogene Gottesdienste statt oder z. B. ein „Fest für Jung und Alt“. Angehörige erhalten Anregungen u. a. zu den Themen Ernährung und Ressourcen erhaltende Beschäftigung. Pflegeheime, Einrichtungen der Tagespflege und Pflegedienste öffnen ihre Pforten bzw. stellen ihre Betreuungsangebote für Menschen mit Demenz vor. Genauere Informationen über Veranstaltungsorte und -zeiten sowie Ansprechpartner sind auch im Programmheft nachzulesen, das bei den Stadt- und Gemeindeverwaltungen, in Apotheken und bei Ärzten, Pflegediensten, Buchhandlungen sowie in der Senioren-Beratung Waldhessen in Rotenburg und im Pflegestützpunkt des Landkreises in Bebra erhältlich sind. Fragen beantwortet auch die Senioren-Beratung Waldhessen. Telefon: 0 66 23 - 817 - 63.

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