Bestattungstradition im Wandel

War die würdige Beerdigung einst ein wichtiger letzter Bestandteil im Denken der Menschen, so hat sich dies gewandelt. Einst wurden die Verstorbenen in und rund um die Kirchen bestattet – in der Mitte des gemeinschaftlichen Lebens. Heute wird Spiritualität oftmals sehr facettenreich gelebt und seltener am christlichen Glauben ausgerichtet. Im 19. Jahrhundert wurden die Friedhöfe an die Ränder der Städte verlegt und der Tod wurde mit einem Tabu belegt.

War die würdige Beerdigung einst ein wichtiger letzter Bestandteil im Denken der Menschen, so hat sich dies gewandelt. Einst wurden die Verstorbenen in und rund um die Kirchen bestattet – in der Mitte des gemeinschaftlichen Lebens. Heute wird Spiritualität oftmals sehr facettenreich gelebt und seltener am christlichen Glauben ausgerichtet. Im 19. Jahrhundert wurden die Friedhöfe an die Ränder der Städte verlegt und der Tod wurde mit einem Tabu belegt.

Aber Friedhöfe gehören als Orte der Erinnerung und der Trauer zum Leben. Heute sind Friedhöfe oftmals grüne Oasen in den Ballungszentren. Die christliche Bestattung geschieht im Vertrauen darauf, dass das Leben bei Gott ewig ist. Sie ist ein würdiges Geleit für die Verstorbenen und gibt denen Zuspruch und Trost, die zurückbleiben. Im Gemeindegottesdienst am darauf folgenden Sonntag wird der Verstorbenen gedacht. Ebenso am Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag, bevor am ersten Advent das neue Kirchenjahr beginnt.

Diese Rituale schaffen ein Gemeinschaftsgefühl der Hinterbliebenen, das Trost spendet und sich wieder am Leben orientiert. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Immer mehr Alleinstehende sehen sich aber einer veränderten Situation gegenüber. Für manche ist die liebevolle Erinnerung an den Verstorbenen auch nicht an einen fixen Punkt, wie das Grab, gebunden. Darauf haben Friedhofsverwaltungen reagiert und anonyme und Wiesen-Urnengräber geschaffen.

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