Der Bergmannsverein Glückauf Wintershall stellt den Kalibergbau in Vielfalt dar

Bergmännische Traditionspflege

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Auslandsbesuch: Ende Mai nahm der Bergmannsverein Glückauf Wintershall am europäischen Knappentag in Pecs in Ungarn teil.

Der Bergbau ist eines der ältesten Gewerke überhaupt. Entsprechend lang ist seine Tradition. Daran lässt sich auch das ausgeprägte Standesbewusstsein der Bergleute erkennen. Deshalb betrachtet ihre Zunft die Traditionspflege als Ehrenaufgabe.

Selbst Orte und Regionen mit längst still gelegten Bergwerken erinnern mit Vereinen und Museen an die frühere Epoche, die zumeist auch eine Blütezeit war.

In Heringen und im Werratal gibt es aber noch einen lebendigen Kalibergbau. Aus seinen ehemaligen sowie heute noch im Beruf stehenden Beschäftigten wurde nun 1993 der Bergmannsverein Glückauf Wintershall gegründet. Er ist Nachfolger des gleichnamigen Vereins, der von 1904 bis 1934 bestand, als ihn die Nazidiktatur auflöste. Der heutige Verein mit Sitz in Heringen hat 366 Mitglieder und erfreut sich großer Beliebtheit. Die Verbundenheit mit dem Standort Wintershall des Kaliwerkes Werra wird von beiden Seiten unterstützt. Derzeitiger Vorsitzender ist Dieter Guderjahn und Bernd Stahl sein Stellvertreter. Vereinsziele sind unter anderem die Pflege und die Darstellung des bergmännischen Brauchtums. Der Verein ist Mitglied des Hessischen Landesverbandes im Bund Deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine. Außerdem arbeitet der Bergmannsverein mit dem Werra-Kalibergbau-Museum in Heringen zusammen, das gleichermaßen die Bergbautradition in vielerlei Art öffentlich präsentiert.

Im altehrwürdigen Kasino neben dem Kaliwerk Wintershall hat der Verein sein Quartier eingerichtet. Seit der Sanierung stehen auch einige Räume für auswärtige Gäste zum Übernachten zur Verfügung. Ganz besonders stolz ist man auf die über 100-jährige Vereinsfahne, die aufwändig restauriert wurde. Die Fahne als sichtbares Symbol der Heringer Bergbautradition wird deshalb bei allen Besuchen außerhalb stets mitgenommen. Alljährlich am zweiten Sonntag im Februar feiern die Vereinsmitglieder mit ihren Gästen die traditionelle Kirchschicht mit ökumenischem Bergdankgottesdienst in der Stadtkirche. Dazu eingeladen werden auch andere Traditionsvereine aus Bergbauregionen in ganz Deutschland. Nach der kirchlichen Feier versammeln sich alle Teilnehmer in geselliger Runde beim Tzscherperfrühstück. Darüber hinaus wird zur Winterzeit allmonatlich zum Bergbier ins Vereinsheim eingeladen.

Von H.-H. Hartmann

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